Politik

Datenskandal 20-Jähriger löscht Festplatte 32 Mal

Hacker bringt Computer ins Recycling

Berlin.Nach der illegalen Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten hat sich der junge Hacker große Mühe gegeben, seine Spuren zu verwischen. Allerdings erst, als er durch Medienberichte erfuhr, dass die Polizei eine eigene Ermittlergruppe für die Suche nach dem Datendieb eingerichtet hat. Das erfuhren Bundestagsabgeordnete gestern bei einer Sondersitzung des Innenausschusses. Ihren Angaben zufolge löschte der 20-jährige Schüler aus dem hessischen Homberg (Ohm) seine Festplatte 32 Mal.

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, sagte, der Hacker habe außerdem einen Computer auf einem Recyclinghof „ordnungsgemäß entsorgt“. Die Polizei sei jetzt damit beschäftigt, seine Festplatte aus einer Vielzahl von Festplatten, die dort ebenfalls abgegeben worden seien, herauszufischen. Weiterhin offen ist, ob der geständige Datendieb womöglich doch Mitwisser oder Unterstützer hatte. Münch betonte, auch zur Klärung dieser Frage dauerten die Ermittlungen noch an. Der Hacker hatte im Dezember in einer Art „Adventskalender“ bei Twitter täglich neue Daten von Politikern, Journalisten, Rappern, jungen YouTube-Stars und anderen Prominenten veröffentlicht.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) musste sich von den Abgeordneten kritische Fragen zum Umgang der Bundesbehörden mit dem Datenklau anhören. Die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic stellte fest, dass es um die IT-Sicherheit in Deutschland „nicht gut bestellt ist“. dpa