Politik

SPD-Vorsitz Arbeitsminister Hubertus Heil bringt den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil ins Gespräch

Hängepartie am Bewerbermarkt

Archivartikel

Berlin.Im Rennen um den künftigen SPD-Vorsitz erwartet SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil einen Monat vor Ablauf der Bewerberfrist weitere Kandidaturen. Arbeitsminister Hubertus Heil fand am Dienstag lobende Worte für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil und betonte, die SPD brauche eine starke Führung. Zuvor hatte es in einem Medienbericht geheißen, Weil habe intern bereits abgewinkt. Dies wurde allerdings in der Partei als Spekulation eingestuft.

Klingbeil sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er sei sicher, dass bis zum Bewerbungsschluss am 1. September weitere Bewerber folgen. „Ich schließe nicht aus, dass es auch von Ministerpräsidenten oder Ministern Bewerbungen geben kann“, sagte der Generalsekretär. „Wichtig ist, dass alle klarmachen: Die Parteiführung macht man nicht nebenbei.“ Zu seinen eigenen Ambitionen erklärte Klingbeil: „Ich habe gelesen, dass ich als Anwärter gelte. Alle, die sich entscheiden wollen, ob sie kandidieren, tun dies bis zum 1. September.“

Bisher gibt es vor allem zwei Bewerberduos für den SPD-Vorsitz: Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann sowie die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer. Lauterbach und Scheer fehlt allerdings noch die nötige Mindestunterstützung aus der Partei.

Ein Bericht, nach dem Weil nicht für den SPD-Vorsitz kandidieren und stattdessen Klingbeil unterstützen will, wurde in Parteikreisen in Hannover als „Spekulationsartikel“ eingestuft. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete am Montagabend unter Berufung auf Parteikreise, Weil habe dies am Wochenende den kommissarischen SPD-Vorsitzenden Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel mitgeteilt. Klingbeil kommt wie Weil aus Niedersachsen.

Heil machte daraufhin seine Sympathien für Weil deutlich: „Ich kann mir Stephan Weil in einem starken Team sehr gut vorstellen“, sagte der ebenfalls aus Niedersachsen stammende Arbeitsminister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er sei der Meinung, dass Weil eine vernünftige Vorstellung von den Aufgaben der Sozialdemokratie habe.

Klingbeil sagte, er erwarte einen Wettbewerb, bei dem man das eigene Profil hervorhebe. Klingbeil betonte: „Es gibt viele Aufgaben, bei denen wir die Kernkompetenz haben – etwa die Zukunft der Pflege oder der Rente, die nötige soziale Klimawende oder die Zukunft der Arbeitswelt in der Digitalisierung.“ Diese Aufgaben packe die SPD gerne an. dpa

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