Politik

Wehrhahn-Prozess Aussagen der Zeugen zweifelhaft

Haftbefehl aufgehoben

Düsseldorf.Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat das Gericht den Haftbefehl gegen den Angeklagten aufgehoben. Nach der Anhörung von 60 Zeugen und drei Sachverständigen sehe die Kammer keinen dringenden Tatverdacht mehr, teilte das Gericht gestern mit.

Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa. Die Staatsanwaltschaft hat den 51-Jährigen mit Kontakten zur rechten Szene wegen zwölffachen Mordversuchs aus Fremdenhass angeklagt. Er bestreitet die Tat.

Noch am Montag hatte die Staatsanwaltschaft in einer Zwischenbilanz argumentiert, der Angeklagte habe sich vor Gericht selbst verraten. Er habe mehrfach Wissen offenbart, dass nur der Täter gehabt habe. Der Angeklagte habe zudem mehrfach nachweislich die Unwahrheit gesagt. Das Gericht kam zu einem anderen Schluss und ordnete nun an, den 51-Jährigen aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Unter anderem hätten sich die Angaben mehrerer Zeugen „als nicht hinreichend belastbar erwiesen“.