Politik

Terror Bundespräsident mahnt zu Solidarität und Haltung

Halle – eine Stadt in tiefer Trauer

Halle.Am ersten Jahrestag des Anschlags von Halle hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu aufgerufen, Haltung gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu zeigen. Das Grundgesetz sei eine Verpflichtung, sich einzumischen und aufzustehen, wenn die Menschenwürde anderer missachtet werde, sagte Steinmeier laut vorab verbreitetem Redemanuskript.

Antisemitismus sei ein Seismograph für den Zustand der Demokratie. Je offener er sich äußere, desto stärker seien Werte, Toleranz und Achtung der Menschenwürde angefochten. „Deshalb muss es uns alarmieren, wenn Kritiker der Corona-Maßnahmen alte antisemitische Verschwörungstheorien neu aufleben lassen und sie millionenfach verbreiten“, sagte Steinmeier.

Blumen an den Tatorten

Auf dem Marktplatz der Stadt versammelten sich am Freitagmittag Hunderte Menschen und hielten von 12.01 Uhr an schweigend inne. Viele hielten sich an den Händen oder hatten Tränen in den Augen. Zeitgleich läuteten die Kirchenglocken in der Stadt. Damit erinnerte Halle an den Zeitpunkt, an dem am 9. Oktober 2019 der Anschlag begann. Bereits in den Morgenstunden hatten Passanten Blumen an den Tatorten abgelegt. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte, der Anschlag habe eine Wunde geschlagen, die als Narbe bleibe.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Täter Sprengsätze über die Mauer des Synagogengeländes in Halle geworfen und versucht, in das Gotteshaus einzudringen. Als das misslang, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin, tötete beim Angriff auf einen nahe gelegenen Imbiss einen 20-Jährigen und verletzte zahlreiche weitere Menschen. Der 28-jährige Deutsche Stephan B. hat die Tat eingeräumt. 

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