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Handel mit Emissionen

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Berlin.In der Klimaschutz-Debatte wird es besonders kompliziert, wenn es um den CO2-Preis geht. Er hat das Ziel, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) zu verteuern, damit klimafreundliche Technologien einen Vorteil haben. In Deutschland sollen damit Heizöl, Benzin, Diesel, Erdgas und Kohle verteuert werden, damit die Menschen spritsparende oder elektrisch betriebene Autos kaufen und moderne Heizungen.

Die Union will das über einen „nationalen Emissionshandel“ für die Bereiche Verkehr und Gebäude erreichen. Die sogenannten Inverkehrbringer fossiler Heiz- und Kraftstoffe, also zum Beispiel Mineralölkonzerne, müssen dann Verschmutzungsrechte kaufen, wenn sie ihre Produkte in Deutschland verkaufen wollen. Für jede Tonne CO2, die beim Verbrennen des Öls oder Gases entsteht, müssen sie ein Zertifikat nachweisen. Eine Tonne CO2 entspricht ungefähr einem Flug von Frankfurt nach Lissabon und zurück oder rund 4 900 gefahrenen Kilometern mit einem Mittelklasse-Benziner. Die Kosten geben die Unternehmen an die Kunden weiter.

Ungeklärtes Verfahren

Die Grundidee des Emissionshandels ist, dass die Zahl der Zertifikate begrenzt ist und gesenkt werden kann, so dass der CO2-Ausstoß gedeckelt ist und abnehmen muss. Wenn das Angebot knapper wird und die Nachfrage hoch bleibt, steigt der Zertifikate-Preis. Wer am meisten bietet, erhält den Zuschlag.

Wie der deutsche Emissionshandel funktionieren soll, ist offen. Es dauert auf jeden Fall, so einen Handel aufzubauen. Damit er wirkt, könnte es eine Preis-Untergrenze geben für Zertifikate – und eine Obergrenze, damit der Sprit- und Heizöl-Preis nicht durch die Decke geht. Wenn allerdings alle beteiligten Unternehmen den Höchstpreis bieten, müssen mehr Zertifikate als geplant ausgegeben werden, einen CO2-Deckel gibt es dann nicht mehr.

31 Länder beteiligt

Einen Emissionshandel gibt es schon in der Europäischen Union, aber nur für die Energiewirtschaft und Teile der Industrie. Er wird ETS genannt, die Abkürzung für „Emissions Trading System“. Unternehmen bekommen oder kaufen Zertifikate und können damit handeln. Wer zu wenige hat, dem drohen Strafen. Das System der Zertifikate-Zuteilung ist kompliziert, die Standardmethode ist die Versteigerung. Der Preis pro Zertifikat und pro Tonne liegt zur Zeit um 27 Euro. Es gibt mehrere Handelsplattformen, etwa die Energiebörse European Energy Exchange in Leipzig. Der EU-Emissionshandel umfasst 31 Länder: die 28 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen. Etwa 45 Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU sind gedeckt. dpa

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