Politik

Harsche Kritik an Horst Seehofer

Archivartikel

Beurteilung der Arbeit der Bundeskanzlerin und ihrer Führungsstärke

Auch die Arbeit der Kanzlerin wird noch einmal deutlich kritischer gesehen als in den letzten Monaten – das letzte Mal kam sie im Oktober 2010 auf so geringe Zufriedenheitswerte – und aktuell von 55% positiv eingestuft (August-II: 62%; September-I: 60%), 42% stellen ihrer Arbeit ein schlechtes Zeugnis aus (August-II: 35%; September-I: 37%), 3% machen dazu keine Angabe (August-II: 3%; September-I: 3%). Zufrieden mit der Bundeskanzlerin sind mehrheitlich die Anhänger von Union (82%), SPD (61%) und Grünen (56%). Die Linke-Anhänger sind sich in dieser Frage nicht einig, 48% bewerten die Arbeit der Kanzlerin mit gut, ebenso viele sagen „eher schlecht“. 53% der FDP- und 86% der AfD-Anhänger sind der Meinung, dass die Kanzlerin einen schlechten Job macht.

Die Führungsstärke der Kanzlerin in den letzten Wochen wird von einer deutlichen Mehrheit der Befragten und der eigenen Anhänger bezweifelt. Weniger als ein Viertel (23%; April-I: 33%) der Deutschen sind der Meinung, dass Angela Merkel in den letzten Wochen ihrer Richtlinienkompetenz ausreichend Ausdruck verliehen hat, 71% (April-I: 58%) aller Befragten und 57% (April-I: 47%) der Unionsanhänger sprechen ihr eine Führungsstärke ab. 6% (April-I: 9%) wollen sich hier kein Urteil erlauben.

Beurteilung der Arbeit von Horst Seehofer und Verbleib als Innenminister

Kritik gibt es von mehr als zwei Dritteln (68%) der Befragten an der Arbeit von Bundesinnenminister Horst Seehofer, lediglich 28% sind der Ansicht, er mache einen guten Job (weiß nicht: 4%). Zufrieden mit dem Innenminister sind mehrheitlich nur die Anhänger der AfD (53%). Dagegen wird seine Arbeit von 67% der Unions-, 75% der SPD-, 67% der FDP-, 80% der Linke- und 88% der Grünen-Anhänger kritisiert.

Noch geringer als im Juli, damals ging es um die Ausrichtung der Asyl- und Flüchtlingspolitik, fällt aktuell die Unterstützung für Horst Seehofer als Bundesinnenminister aus. Nur noch 29% (Juli: 37%) finden es gut, wenn Horst Seehofer Innenminister bleibt, 65% (Juli: 57%) aller Befragten sind nicht dieser Ansicht (weiß nicht: 6%). Lediglich die AfD-Anhänger sind mehrheitlich für einen Verbleib Seehofers im Amt (75%), in allen anderen Parteianhängergruppen, selbst bei den Unionsanhängern, wird dies nur von Minderheiten befürwortet (CDU/CSU: 32%; SPD: 15%; FDP: 28%; Linke: 21%; Grüne: 8%).

Beurteilung der Arbeit von Andrea Nahles

Uneins sind sich die Befragten bei der Bewertung der Arbeit von Andrea Nahles: 46% attestieren ihr gute Arbeit, 44% tun dies nicht und 10% können dazu keine eindeutige Aussage treffen. Mehrheitlich positiv wird die Arbeit der SPD-Parteivorsitzenden von den SPD- (61%) und den Grünen-Anhängern (61%) bewertet. Nicht ganz so eindeutig fällt das Urteil der Unions- (gut: 49%; schlecht: 41%) und der Linke-Anhänger (gut: 45%; schlecht: 49%) aus. Bei den Anhängerschaften von AfD und FDP überwiegt die Kritik (AfD: 81%; FDP: 60%).

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Bei der Beurteilung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es für die Mitglieder der Regierungsparteien, Wolfgang Schäuble ausgenommen, einen eindeutigen Trend nach unten. Die Vertreter der Opposition werden dagegen etwas positiver bewertet als zuletzt. Nach einer Pause ist der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wieder und der Grünen-Politiker Cem Özdemir nicht mehr in den Top Ten vertreten. Wie immer wurde die Bewertung nach Sympathie und Leistung mittels der Skala von +5 bis -5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen.

Angeführt wird das Ranking unverändert mit deutlichem Abstand, trotz leichter Verluste, von Wolfgang Schäuble (1,8). Auf den zweiten Platz kommt in dieser Woche Olaf Scholz (0,9), auf den dritten Rang Bundeskanzlerin Angela Merkel (0,7), sie büßt fünf Zehntel ein und tauscht mit Olaf Scholz den Platz. Auf dem vierten Rang und damit zwei Plätze höher ordnet sich der FDP-Vorsitzende Christian Lindner (0,4) ein, es folgt Heiko Maas (0,3) mit deutlichen Verlusten von fünf Zehnteln, vor Sahra Wagenknecht (0,2), die drei Positionen nach oben rutscht. Den siebten Platz belegt Ursula von der Leyen mit einer Bewertung von 0,1. Erstmals im Minusbereich verortet wird die Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD Andrea Nahles (-0,1), die nun Rang 8 einnimmt. Mit deutlichem Abstand auf den letzten beiden Plätzen stehen die beiden CSU-Politiker der Top Ten: Wiedereinsteiger Markus Söder mit -0,8 und Horst Seehofer mit seinem bisherigen Tiefstwert von -1,5.

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