Politik

Mittelmeer Aufklärungsflugzeug und Schiff der deutschen Organisation Sea Watch festgesetzt

Helfer werden ausgebremst

Valletta.Nach der Blockade von Rettungsschiffen für Migranten auf dem Mittelmeer ist nun auch ein Aufklärungsflugzeug einer deutschen Hilfsorganisation festgesetzt worden. Die Behörden in Malta hätten ab sofort alle Flüge in das Rettungsgebiet vor Libyen untersagt, teilte die Berliner Organisation Sea-Watch gestern mit. Ihr Schiff „Sea Watch 3“ darf auch nicht auslaufen. Ein Sprecher der maltesischen Regierung erklärte, diese habe keine „Aufklärungsmissionen Dritter“ in ihrer Region in Auftrag gegeben. Sie könne solche Einsätze auch nicht für andere „Territorien“ genehmigen.

Das Flugzeug „Moonbird“ werde gemeinsam mit der Schweizer Humanitären Piloteninitiative betrieben und von der Evangelischen Kirche in Deutschland unterstützt, so Sea-Watch. Das Flugzeug sei im vergangenen Jahr an der Rettung von 20 000 Menschen beteiligt gewesen. „Es ist eine Farce, das ist wie wenn man einen Krankenwagen davon abhält, zu einem Verkehrsunfall zu fahren, weil man erst noch wochenlang die Fahrzeugpapiere kontrollieren muss“, sagte Sprecher Ruben Neugebauer.

Gegenwärtig ist keine Hilfsorganisation mehr vor Libyen im Einsatz, obwohl gerade dort besonders viele der schrottreifen Boote mit Migranten ablegen. Die Schiffe der deutschen Organisationen Sea-Watch und der Mission Lifeline liegen in Malta an der Kette. Die „Aquarius“ von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee liegt in Marseille ebenfalls im Hafen. Sie seien gezwungen, nun eine Zeit auszusetzen und die Lage neu zu bewerten, twitterte die Nichtregierungsorgansation (NGO).

Vor allem die populistische italienische Regierung fährt seit ihrem Amtsantritt vor einem Monat eine harte Linie gegen Migranten und lässt keine NGOs mehr in ihren Häfen anlegen. Auch Malta sieht sich bei der Rettung der Menschen nicht in der Pflicht.

Die spanische Organisation Proactiva Open Arms kam derweil mit 60 geretteten Migranten in Barcelona an, nachdem ihr Italien und Malta die Einfahrt verweigert hatten. Die Migranten aus 14 Ländern sollten in der spanischen Metropole medizinisch untersucht, versorgt und anschließend registriert werden, teilte die Flüchtlingsorganisation mit.