Politik

Internet Suchmaschine für kommunistischen Staat geplant

Hilft Google chinesischer Zensur?

Peking.Der US-Internetkonzern Google will Medienberichten zufolge eine Suchmaschine in China auf den Markt bringen, die der chinesischen Zensur die Arbeit abnimmt. Aktivisten und Menschenrechtler reagierten gestern empört und sprachen von einem „schwarzen Tag für die Internetfreiheit“. Nach den Enthüllungen im US-Portal „The Intercept“ bestätigten nicht näher genannte Quellen auch der „New York Times“ die Pläne.

Die zensierte Suchmaschine mit dem Namen „Dragonfly“ (Libelle) würde in China gesperrte Webseiten und Suchanfragen etwa nach Menschenrechten, Demokratie, Religion oder friedlichen Protesten aussortieren, wie die beiden US-Medien berichteten. Damit entspreche sie den strikten Zensurvorschriften der kommunistischen Führung in Peking. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem „schweren Angriff auf die Informationsfreiheit“.

Google ist in China gesperrt, weil es sich der Zensur nicht beugen wollte. Der Konzern sucht aber nach einem Zugang zu dem Markt mit 730 Millionen Internetnutzern. Ein Google-Sprecher sagte, das Unternehmen biete eine Reihe von mobilen Apps in China an, unterstütze chinesische Entwickler und investiere in dortige Unternehmen. „Zu Spekulationen äußern wir uns nicht“, fügte er hinzu. Das Projekt „Dragonfly“ habe Google 2017 begonnen und seit einem Treffen zwischen Konzernchef Sundar Pichai und einem hohen chinesischen Funktionär beschleunigt, schreibt „The Intercept“.