Politik

SPD II Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern legt kommissarischen Parteivorsitz nach Brustkrebsdiagnose nieder

„Ich bin überzeugt, gesund zu werden“

Berlin.Wieder ein Schockmoment für die SPD: Manuela Schwesig, eine von drei kommissarischen Vorsitzenden, legte am Dienstag ihr Parteiamt nieder, weil sie an Brustkrebs erkrankt ist und sich einer intensiven Behandlung unterziehen muss. Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern will die 45-Jährige zunächst bleiben. „Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und werde auch diesen führen. Ich bin überzeugt, wieder gesund zu werden“, erklärte Schwesig. Die Politikerin ging offen mit ihrer Krankheit um, bat aber für die Zukunft um Respekt für ihre Privatsphäre.

Zunächst informierte sie am Morgen das Landeskabinett, dann am Vormittag per Rundmail alle SPD-Mitglieder. Darin schrieb sie, dass die Diagnose sie schwer getroffen habe. „Die gute Nachricht aber ist: dieser Krebs ist heilbar.“ Sie sei zuversichtlich, wieder ganz gesund zu werden. Jedoch werde die Behandlung Kraft und Zeit kosten, so dass sie neben ihrem Ministerpräsidentenamt keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen könne. Schwesig hatte den SPD-Vorsitz zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel erst Anfang Juni nach dem Rücktritt von Andrea Nahles kommissarisch übernommen. Damals erklärte sie zur allgemeinen Überraschung, dass sie den Job nicht dauerhaft anstrebe; sie wolle sich auf ihre Wiederwahl in Mecklenburg-Vorpommern konzentrieren. Offen blieb am Dienstag, ob sie da schon von der Diagnose wusste. Denn Schwesig waren immer Ambitionen auf das höchste Parteiamt nachgesagt worden, die sie nie dementiert hatte.

Die SPD wird ab dem 1. Oktober nur noch von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer kommissarisch geführt, da Schäfer-Gümbel mit seinem Dienstantritt als Arbeitsdirektor bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit dann ebenfalls zurücktreten will. „Weil das Leben manchmal so ist“, sagte die 58-Jährige dazu bei einer eilends einberufenen Pressekonferenz in Mainz. Sie verwies darauf, dass es sich nur um eine kurze Übergangszeit handelt.

Viele Genesungswünsche

Schwesig erreichten viele spontane Genesungswünsche über alle Parteigrenzen hinweg. Auch die AfD-Fraktion im Schweriner Landtag veröffentlichte auf Twitter sofort eine entsprechende Botschaft. Karl Lauterbach, einer der Kandidaten für den SPD-Vorsitz und selbst Arzt, schrieb: „Manuela ist eine starke und bewundernswerte Frau und wird diese Krankheit besiegen, wie zum Glück die meisten betroffenen Frauen.“ In den sozialen Medien gab es allerdings auch gehässige und schadenfrohe Kommentare. Unter anderem, weil Schwesig im Frühjahr Schirmherrin eines Homöopathie-Kongresses in Stralsund gewesen war.

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