Politik

CDU II Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt sich erleichtert / Chefin sieht Partei für möglichen Wahlkampf gut aufgestellt

„Ich fühle mich unterstützt“

Leipzig.Nach dem Parteitag in Leipzig fühlt sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gestärkt. Es sei alles so gelaufen, wie sie sich das erhofft habe. Auch für einen möglichen Wahlkampf sei die Partei gut aufgestellt, sagt sie.

Frau Kramp-Karrenbauer, sind Sie nach dem Parteitag erleichtert?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Ja. Ich bin zufrieden nach diesem Parteitag und fühle mich unterstützt. Ich konnte meine Ziele deutlich machen und den Weg, wie ich sie erreichen möchte. Es ist alles so gelaufen, wie ich mir das erhofft habe.

Sie haben die Vertrauensfrage gestellt.

Kramp-Karrenbauer: Ich habe die CDU gefragt, ob sie den Weg hin zu einer starken Mitte gemeinsam mit mir gehen will. Die Partei hat darauf klar geantwortet. Für mich ist das eine gute Grundlage für die nächsten Monate.

Eine solche Frage kann man eigentlich nur einmal stellen.

Kramp-Karrenbauer: Mir ging es darum, dass klar wird, wir als CDU sind die führende Kraft in Deutschland. Wir starten eine programmatische Erneuerung der Partei. Und wir verbreitern uns personell und verbessern uns organisatorisch. Das war mein Angebot an die Partei. Dieses Angebot hat sie in Leipzig angenommen. Für mich persönlich ist das eine gute Arbeitsgrundlage für das nächste Jahr.

Hat die Union nach wie vor mehrere Kanzlerkandidaten – oder jetzt nur noch Sie?

Kramp-Karrenbauer: Wir haben viele starke Köpfe in der Union. Mehr als in anderen Parteien. Das zeigt unsere Qualität als Volkspartei. Ich habe immer gesagt, ich will Vorsitzende einer Partei sein mit starken Köpfen neben mir. Ich will, dass alle mitmachen. Denn wir werden jeden brauchen, um die bestimmende Kraft der Mitte bleiben zu können.

Friedrich Merz hat nicht den Eindruck hinterlassen, dass er in der K-Frage locker lassen will. Beunruhigt Sie das?

Kramp-Karrenbauer: Ich bin mit Friedrich Merz in einem sehr konstruktiven Austausch. Er hat mich unterstützt bei der Suche nach einer Lösung für die Grundrente. Insofern habe ich ein sehr entspanntes Verhältnis zu Friedrich. Er zu mir auch.

Wie lange werden Sie jetzt Ruhe haben vor ihren Kritikern?

Kramp-Karrenbauer: Ruhe im Sinne von nichts zu arbeiten habe ich sowieso nicht. Wichtige Projekte müssen jetzt finalisiert werden. Da denke ich zum Beispiel an das Klimapaket und den Kohleausstieg. Wir müssen allerdings abwarten, was bei der SPD passiert.

Sie haben in ihrer Rede Koalitionstreue gezeigt. Erwarten Sie das auch von der SPD?

Kramp-Karrenbauer: Es bleibt dabei: Wir wollen Verantwortung tragen in dieser Koalition. Es gibt für uns keinen Grund, den Koalitionsvertrag neu zu verhandeln. Er ist die Grundlage, auf der wir weiterarbeiten. Ob die SPD das auch so will, muss sie entscheiden.

Stellen Sie sich insgeheim auf einen Wahlkampf nach dem Parteitag der Sozialdemokraten im Dezember ein?

Kramp-Karrenbauer: Wenn es nach mir geht, dann nicht. Aber als Parteichefin muss ich mich auf alle möglichen Szenarien einstellen. Die CDU ist auch für einen Wahlkampf gut aufgestellt.

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