Politik

Atom-Abkommen Teheran könnte Fabrik in Betrieb nehmen

Iran bereitet sich auf Scheitern vor

Archivartikel

Teheran.Der Iran bereitet sich nach Angaben seines Atomchefs technisch auf ein Scheitern des Wiener Atomabkommens von 2015 vor. Dann würde der Iran innerhalb eines Monats die Zentrifugen-Fabrik Ahmadi-Roschan in Natans im Zentraliran betriebsbereit machen, sagte Ali-Akbar Salehi in einem Interview des Staatsfernsehens.

„Wir hoffen, dass ein Scheitern des Deals nicht eintreffen wird, aber technisch bereiten wir uns trotzdem schon vor“, sagte Salehi, der auch Vizepräsident ist. Er betonte, dass die Vorbereitungen weder gegen den Deal noch gegen die Vorschriften der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA verstießen.

Das Live-Interview wurde direkt aus dem Zentrifugenwerk in Natans übertragen. Dort könnte das Land schnellere Zentrifugen herstellen, die über eine höhere Urananreicherung den Brennstoff für iranische Reaktoren liefern könnten.

Kapazitäten für Anreicherung

Nach dem Atomabkommen darf der Iran bis 2025 nur etwa 6000 langsame Zentrifugen für eine Urananreicherung unter vier Prozent nutzen. Er darf zudem nur 300 Kilogramm des Urans behalten. Bei einem Scheitern des Deals droht Teheran, diese beiden Begrenzungen nicht mehr einzuhalten. Die USA behielten Berichte im Auge, wonach der Iran plane, seine Kapazitäten zur Anreicherung von atomwaffenfähigem Material auszuweiten, sagte US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter. „Wir werden es dem Iran nicht erlauben, eine Atomwaffe zu entwickeln“, so Pompeo. Das Land wisse dies. „Das ist ein weiteres Beispiel, wie der Iran seine Ressourcen töricht verschwendet.“ dpa