Politik

Atom Urananreicherung soll erhöht werden

Iran verletzt Abkommen

Teheran.Die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran ist nach einem neuen Verstoß Teherans gegen zentrale Auflagen der Vereinbarung höchst ungewiss. „Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent, und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht“, sagte Regierungssprecher Ali Rabei in Teheran. Außerdem drohte die Islamische Republik mit einem weiteren Verstoß gegen die Vereinbarung von 2015. Sollten die verbliebenen Partner des Abkommens nicht binnen 60 Tagen auf die Wünsche Irans eingehen, werde die dritte Phase des Teilausstiegs eingeleitet, kündigte Vizeaußenminister Abbas Araghchi an. Sollte der Umbau des Reaktors Arak zu einem Leichtwasserreaktor nicht in zwei Monaten fertig sein, könne auch ein Rückbau zu einem Schwerwasserreaktor erfolgen. Das würde die atomaren Kapazitäten Irans erhöhen. Zugleich machte der Iran deutlich, dass das Land das Abkommen wieder einhalten werde, sollten die verbliebenen Vertragspartner seinen Wünschen nachkommen. Jüngst hatte Teheran bereits die erlaubte Menge an Uranvorräten überschritten.

Rückhalt aus Russland

US-Außenminister Mike Pompeo prophezeite dem Iran negative Konsequenzen. „Die jüngste Ausweitung des iranischen Atomprogramms wird zu weiterer Isolation und Sanktionen führen“, schrieb er auf Twitter. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin appellierte an Teheran: „Wir rufen Iran mit Nachdruck dazu auf, alle Schritte einzustellen und rückgängig zu machen.“ Rückhalt kam aus Russland. Teheran halte sich letztlich an die juristischen Grundsätze, sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat, Konstantin Kossatschow. Zuerst seien die USA ausgestiegen, dann habe sich die EU schwergetan mit der Einhaltung ihrer Verpflichtungen. dpa