Politik

Studie Skepsis in Ostdeutschland größer

Islam als Bedrohung

Gütersloh.Der Islam stößt in Deutschland auf breite Vorbehalte: Jeder zweite nimmt ihn als Bedrohung wahr. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung auf Basis des repräsentativen „Religionsmonitors“ hervor. Diese Wahrnehmung sei seit einigen Jahren „relativ stabil verwurzelt“. Auffällig: In Ostdeutschland, wo wenig Muslime leben, ist die Skepsis größer als im Westen. So wollen der Erhebung zufolge 30 Prozent im Osten und 16 Prozent im Westen keine Muslime als Nachbarn.

Mit Globalisierung und Zuwanderung habe auch die religiöse Pluralität zugenommen, heißt es in der Untersuchung. Diese Vielfalt bereichere die Gesellschaft, meint jeder zweite Befragte. Die Sicht auf Christentum, Buddhismus, Judentum und Hinduismus fällt hier mehrheitlich positiv aus. Aber: Beim Islam sagt nur ein Drittel, dass er bereichernd sei.

Vorbehalte gegen den Islam seien allerdings nicht mit Islamfeindlichkeit gleichzusetzen, erläutert Yasemin El-Menouar, Religionsexpertin der Stiftung in Gütersloh. Als islamfeindlich einzustufen seien 13 Prozent der Befragten, die sich aktuell dafür aussprechen, die Zuwanderung von Muslimen zu stoppen. dpa