Politik

Pro und Kontra Neue Verordnung soll Zustände wie nach den Faschingsferien verhindern / Bislang müssen Reisende aus Risikogebieten in Quarantäne

Ist die Testpflicht für Urlauber sinnvoll?

Für Reisende, die aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland kommen, ist ein Coronatest in Zukunft verpflichtend. Die Behörden wollen mit dieser Entscheidung das Risiko einer zweiten Infektionswelle verringern. Welche Argumente sprechen dafür – und welche dagegen?

„Not amused“ waren britische Spanien-Touristen über die plötzliche Ad-Hoc-Verordnung ihrer Regierung, sie nach dem Urlaub in eine zweiwöchige Quarantäne zu schicken. Unabhängig davon, ob diese Maßnahme nun sinnvoll ist oder nicht: Für die Betroffenen ist sie eine große Belastung, ist es doch für viele schon die zweite Quarantäne seit Beginn der Pandemie.

Allein schon deshalb ist die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anzuordnen, verhältnismäßig und vertretbar. Die Reisenden können die Quarantäne umgehen – ohne eigene Kosten – und müssen im Gegenzug eine pauschale Testpflicht in Kauf nehmen. Natürlich, eine solche Verordnung ist ein starker Eingriff in die Freiheitsrechte dieser Menschen. Sie kommt aber allen zu Gute. Zunächst den Urlaubern selbst. Sie haben schnell Gewissheit darüber, ob sie das Virus in sich tragen oder nicht. Noch wichtiger ist aber die Tatsache, dass die rasche Klärung dieser Frage dem Schutz anderer dient. Wäre es fair, wenn Daheimgebliebene, die bewusst Enthaltsamkeit üben, nun Angst haben müssen, im Supermarkt auf den möglicherweise infizierten Rückkehrer zu treffen?

Die Bundesregierung schöpft mit den Pflichttests ein wichtiges Mittel aus, um ein zweites Ischgl zu verhindern. Ohne diesen Schritt wäre das Risiko gestiegen, dass Deutschland im Herbst wieder so dasteht wie zu Beginn der Pandemie: ohne Kontrolle über das Infektionsgeschehen und mit geschlossenen Schulen . Das will keiner. Auch die Rückkehrer nicht.

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