Politik

Johnson: Mays Pläne sind lächerlich

Archivartikel

Der Parteitag der britischen Konservativen hat gestern mit einem heftigen Schlagabtausch der Premierministerin Theresa May mit ihrem früheren Außenminister Boris Johnson begonnen. Ein halbes Jahr vor dem EU-Austritt beschimpfte Johnson die Pläne Mays als ein Ergebnis „geistiger Verwirrung“ und „lächerlich“. Seine Wortwahl war auch innerhalb der eigenen Partei umstritten. Der Zeitung „Sunday Times“ sagte Johnson weiter: „Im Gegensatz zur Premierministerin kämpfe ich für den Brexit.“ Er schlug unter anderem den Bau einer riesigen Brücke zwischen Irland und Großbritannien vor.

Beim Brexit sind die Tories völlig zerstritten. Vom Verlauf des viertägigen Parteitags könnte daher auch Mays politisches Schicksal abhängen. Sie gilt seit Längerem als angezählt. Kaum verhohlen verfolgt Johnson seine eigenen Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs.

Johnson war im Juli – wie der damalige Brexit-Minister David Davis – aus Protest gegen Mays Pläne von seinem Amt zurückgetreten. Zur entscheidenden Kraftprobe dürfte es Mitte der Woche kommen. Johnson hat für Dienstag eine Rede angekündigt. Mays großer Auftritt ist am Mittwoch geplant.

In der Andrew-Marr-Show des Senders BBC verteidigte May ihre Pläne und deutete May sehr vage Kompromissbereitschaft bei den festgefahrenen Verhandlungen mit der EU an. Ihre Haltung sei es, „zuzuhören, was die EU an Bedenken vorbringt, sich dann hinzusetzen und mit ihnen darüber zu sprechen“. dpa