Politik

Venezuela Anhänger feiern Übergangspräsident

Juan Guaidó kehrt zurück

Archivartikel

Caracas.Nach seiner Werbetour durch Südamerika ist der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó nach Venezuela zurückgekehrt. Ungeachtet der Gefahr einer Festnahme traf Guaidó gestern am Hauptstadtflughafen Maiquetía ein, wie im oppositionsnahen venezolanischen Fernsehsender VPI zu sehen war. „Willkommen, Präsident“, habe der Beamte der Einwanderungsbehörde bei seiner Ankunft gesagt, erzählte Guaidó später bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Caracas.

Zahlreiche Anhänger und Botschafter mehrerer europäischer Länder nahmen den Oppositionsführer am Flughafen in Empfang. Gleichzeitig gingen im ganzen Land Menschen gegen die sozialistische Regierung von Staatschef Nicolás Maduro auf die Straße. „Wir wollen diese Diktatur hinter uns lassen“, sagte der Demonstrant Ángel Jiménez in der Stadt Valencia. „Wir träumen von einer besseren Zukunft.“

Provokation für Maduro

Im laufenden Machtkampf ist Guaidós Rückkehr eine Provokation für Maduro. Wegen eines Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre hätte der 35-Jährige das Land eigentlich gar nicht verlassen dürfen. Nun könnte er festgenommen werden. „Wir kennen die Risiken“, sagte Guaidó nach seiner Ankunft. „Das hat uns noch nie aufgehalten.“

In Caracas jubelten Guaidó zahlreiche Anhänger zu. „Guaidó – Freund. Das Volk steht an deiner Seite“, skandierten die Regierungsgegner. Für heute kündigte der Oppositionsführer ein Treffen mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes an, für den kommenden Samstag rief er seine Anhänger erneut zu Protesten auf. „Wir sind stärker als jemals zuvor“, rief Guaidó.

Für den Fall seiner Verhaftung gab er seinen Anhängern bereits Anweisungen via Twitter: „Wenn das Regime versucht, mich zu verschleppen, sind die weiteren Schritte klar: Demonstrationen, Zusammenarbeit mit unseren internationalen Verbündeten, mit Parlamentariern auf der ganzen Welt.“ dpa

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