Politik

Kriminalität Angehörige wollen Todesstrafe aufschieben

Juristischer Streit um Hinrichtung

Archivartikel

Washington.Um die erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren ist ein juristischer Streit entbrannt. Am Montag war zunächst unklar, ob die für den Nachmittag (Ortszeit) geplante Exekution des verurteilten Mörders Daniel Lewis Lee vollzogen werden konnte. Ein Bundesberufungsgericht hatte am Sonntag einen kurz zuvor von einem anderen Gericht verhängten Stopp der Hinrichtung gekippt. Doch dann ordnete eine Richterin in Washington am Montag einen weiteren Aufschub an – wogegen das Justizministerium umgehend Berufung einlegte.

Unter anderem wollten die Hinterbliebenen von Lees Opfern eine Hinrichtung verhindern. Lee war der Zeitung „USA Today“ zufolge wegen des Mordes an einem Ehepaar und der achtjährigen Tochter der Frau bei einem Raubüberfall 1996 zum Tode verurteilt worden. Die Angehörigen der Opfer wollen bei seiner Exekution in einem Gefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana anwesend sein. Eine Teilnahme stelle derzeit wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus aber ein übermäßiges Gesundheitsrisiko dar, hatten sie argumentiert.

Noch am Freitag erreichten sie bei einem Bezirksgericht einen Aufschub. Ein Berufungsgericht entschied jedoch am Sonntag, dass das Argument der Familie „jeglicher diskutabler Rechtsgrundlage“ entbehre. Dem Bericht zufolge wollten die Angehörigen vor dem Obersten US-Gericht um Aufschub der Hinrichtung bitten. 

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