Politik

Religion II Erzdiözese Freiburg sowie Bistümer Mainz und Speyer suchen händeringend nach Personal / Quereinsteiger willkommen

Kampf gegen „spirituelle Krise“

Archivartikel

Mannheim.Der Priestermangel ist auch in der Erzdiözese Freiburg und den Bistümern Mainz und Speyer deutlich spürbar.

„Natürlich hätten wir gerne mehr Priester, weil der Dienst notwendig ist und geschätzt wird“, sagt ein Sprecher der Erzdiözese Freiburg. 2018 kamen acht Priester hinzu, im Jahr zuvor gab es vier Weihen, 2016 waren es fünf. Einer der Neupriester war Georg Henn aus Neckarhausen.

Das Bistum betont: „Die Zahl der Priester ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, weshalb vieles nicht mehr in der Weise in den Gemeinden möglich ist, wie es in der Vergangenheit war.“ Wie andere Arbeitgeber auch versuche man, um neue Kandidaten zu werben. Zum Beispiel, indem man an Ausbildungsstätten oder Jugendveranstaltungen über kirchliche Berufe informiert. Allerdings sei der Mangel „eine Aufgabe für die ganze Kirche. Denn das sinkende Interesse betrifft ja die Glaubenspraxis allgemein.“

Im Bistum Mainz sind die Zahlen noch schlechter. Im Mainzer Dom wurde in diesem Jahr ein Priester geweiht, im Vorjahr gab es keine einzige Weihe. 2016 waren es vier Weihen. Auch das Interesse an anderen kirchlichen Berufen sei nicht mehr wie früher da, sagt ein Sprecher. Grundsätzlich hänge dieser Rückgang mit einer spirituellen Krise zusammen, die in allen Pfarrgemeinden spürbar sei.

Pfarreien zusammengelegt

Das Bistum reagiert mit einer Strukturreform: Pfarreien wurden etwa durch Verbünde zusammengelegt. Mitarbeiter werden so für größere Gebiete eingesetzt. Die Zahl der Seelsorger – dazu zählen zum Beispiel auch Gemeindereferenten – habe insgesamt nicht abgenommen.

Ähnlich sieht es auch im Bistum Speyer aus. Einen Rückgang beobachte man dort in allen kirchlichen Berufsgruppen, außer beim Amt des Diakons, so ein Sprecher. 2018 gab es eine Priesterweihe, im Vorjahr sechs Weihen. 2016 war es auch nur eine. Die Rolle des Priesters habe sich verändert. „In der Kirche gibt es viele Aufgaben, die lange Zeit von Priestern wahrgenommen wurden, aber nicht notwendigerweise an die Weihe gekoppelt sind.“ So leisteten Ehrenamtliche mittlerweile wichtige Dienste: Krankenhaus- oder Schulseelsorge zum Beispiel.

Außerdem zeige es sich, „dass verstärkt ältere und reifere Menschen als Quereinsteiger in den pastoralen Dienst wechseln möchten“. Menschen, die schon mehr Lebenserfahrungen erworben hätten und bei denen sich ein reifer Erwachsenenglaube gefestigt habe. MaMü