Politik

FDP Thüringens Parteichef lässt nach Demo Mandat ruhen

Kemmerich rudert zurück

Berlin/Erfurt.Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich zieht Konsequenzen aus seinem umstrittenen Auftritt bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen. Der kurzzeitige Ministerpräsident lässt sein Mandat im FDP-Bundesvorstand ruhen, wie der 55-Jährige am Mittwoch nach einer Sondersitzung des Vorstands in einer persönlichen Erklärung bestätigte. Der Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, warf ihm vor, der Partei „schweren Schaden“ zugefügt zu haben.

Kemmerich will seinen Platz im Vorstand bis Ende des Jahres nicht wahrnehmen. „Ich will die überaus wichtige Arbeit dieses Gremiums meiner Partei nicht belasten und mir zudem klar werden, welche Rolle ich künftig in der Partei noch ausfüllen kann und will.“ Im Vorstand und in der Bundestagsfraktion gab es Buschmann zufolge deutliche Kritik. „Viele Kollegen waren tief verletzt, weil der gute Ruf der FDP in Zweifel gezogen worden ist.“

Der Landeschef war am Samstag in Gera bei einer Demonstration von Gegnern der staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie dabei. Daran sollen auch Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker teilgenommen haben. Für Empörung sorgte zudem, dass er Abstandsregeln nicht einhielt. dpa

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