Politik

Flüchtlinge Zahlen von Nachzüglern konstant hoch

Klagewelle bleibt aus

Archivartikel

Berlin.Nicht ganz 9000 Angehörige von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus haben seit der Neuregelung des Familiennachzugs vor einem Jahr Visa für Deutschland bekommen. Von August 2018 bis Ende Juni wurden insgesamt 8758 Einreiseerlaubnisse erteilt, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Zu der von manchen Kritikern erwarteten Klagewelle kam es nicht. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration fordert dennoch eine Evaluation.

Im August 2018 trat eine Neuregelung in Kraft, wonach auch „subsidiär Schutzberechtigte“ – in der Regel Bürgerkriegsflüchtlinge – wieder Angehörige zu sich nach Deutschland holen dürfen. CDU, CSU und SPD hatten sich nach mühsamen Verhandlungen auf eine entsprechende Öffnung geeinigt. Allerdings gibt es eine monatliche Obergrenze von 1000 positiven Entscheidungen beim Bundesverwaltungsamt.

Subsidiären Schutz erhält, wer etwa bei einer Rückkehr ins Herkunftsland in Gefahr wäre, etwa weil dort Krieg herrscht. Das betrifft vor allem Flüchtlinge aus Syrien. Im Januar gab es weltweit etwa 36 000 Terminanfragen von Angehörigen subsidiär Schutzberechtigter. Diese Zahl soll sich seither nicht wesentlich reduziert haben. Nach Zahlen des Auswärtigen Amts von Ende Mai wurden aber in keinem Monat mehr als 1700 Visumsanträge von den Auslandsvertretungen nach Deutschland übermittelt. dpa

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