Politik

Umwelt Beim „One Planet Summit“ in Paris steht das Thema Biodiversität ganz oben auf der Agenda

Klimagipfel will Artenschutz stärken

Paris.Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs Investitionen in den Klimaschutz vorantreiben. Beim „One Planet Summit“ am Dienstag in Paris werden neben Kanzlerin Angela Merkel, dem britische Premier Boris Johnson, UN-Generalsekretär Antonio Guterres oder EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch Topverantwortliche von internationalen Organisationen erwartet. Sie werden wegen der Covid-19-Pandemie hauptsächlich per Video zugeschaltet. Frankreich richtet das Treffen gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Weltbank aus.

Pandemie als Störfaktor

Die Corona-Pandemie habe die internationale Diplomatie und internationale Anstrengungen beim Klimaschutz erheblich gestört, hieß es vor dem Gipfel aus Élyséekreisen. Deshalb müsse man in diesem Bereich nun wieder verstärkt aktiv werden. Die Themen Wüstenbildung, Klimawandel und die Erhaltung der biologischen Vielfalt müssten gemeinsam betrachtet und angegangen werden. Der Erhalt der Natur seie enorm wichtig, denn die Schäden an den Ökosystemen seien „beispiellos“ und hätten große Auswirkungen auf unsere Gesellschaften.

Auf der Agenda der Konferenz stehen daher vor allem das Thema Biodiversität und der Schutz von Ökosystemen. Dabei soll es vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie auch um Pandemie-Prävention in Verbindung mit Artenschutz gehen. Ziel ist es, Verpflichtungen für konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt einzugehen. Der Erhalt der Artenvielfalt sei eine Art „kollektive Lebensversicherung“, hieß es weiter aus Élyséekreisen.

Grünes Band in der Sahelzone

Am Vormittag ist außerdem speziell die Finanzierung der Großen Grünen Mauer der Sahara Thema. Bei dem Projekt sollen über Tausende Kilometer Bäume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden. Diese Mauer soll die Ausbreitung der Sahara und somit der Wüstenbildung stoppen. Damit soll auch gegen Hungersnöte und Dürre in der Region gekämpft werden. Für dieses Projekt sollen nun Élyséekreisen zufolge zehn Milliarden Euro zusammenkommen.

Es soll außerdem an einer wissenschaftlichen Initiative gearbeitet werden, die sich mit der Prävention gegen neue Pandemien, die von Tieren auf den Menschen überspringen, befasst. Durch die Zerstörung von Ökosystemen und den Eingriff des Menschen in die Natur kommen bislang voneinander getrenntlebende Arten in Kontakt. Die Gefahr der Übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen wächst. Die neue Initiative zielt darauf ab, bestehende Projekte und Programme zu bündeln und zu ergänzen.

Dem Vernehmen nach will Macron ankündigen, dass in Frankreich und den französischen Überseegebieten 30 Prozent der Land- und Meeresflächen geschützt werden sollen – bereits 2022. Ziel des Gipfels ist es außerdem, weitere Länder dazu zu bewegen, sich diesem Plan anzuschließen. 

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