Politik

Politbarometer Juni (KW 24 - III)

Klimaschutz und Umwelt weiterhin wichtigstes Problem

Archivartikel

Probleme in Deutschland

Nachdem Klimaschutz und Umwelt vor zwei Wochen das Flüchtlingsthema als wichtigstes Problem abgelöst haben, überlagert dieser Bereich auch Ende Juni die Agenda: Bei der Frage nach den beiden wichtigsten Problemen in Deutschland entfallen 42% der Nennungen auf Umwelt/Klima/Klimaschutz. Dennoch bleibt der Bereich Ausländer/Asyl/Integration/Flüchtlinge (25%) weiter präsent, ebenso die Bereiche Wohnungsmarkt/Mieten (11%), Rente/Alterssicherung (11%) und Soziales Gefälle/Gerechtigkeit/Arm-Reich (10%). Als Problem benannt werden zudem die Bereiche Bundesregierung/CDU/SPD (8%) Politik(er)verdruss (7%), Rechtsextremismus (6%), Arbeitsmarkt/Jobs (5%) sowie Bildung/Schule (4%).

Klimaschutz: Parteikompetenzen

Bei den parteipolitischen Implikationen des zurzeit hochrelevanten Klima-Themas zeigen die beiden Regierungsparteien ganz erhebliche Defizite: Auf die Frage, welche Partei beim Klimaschutz am ehesten eine Politik im eigenen Sinne vertritt, nennen lediglich 13% die CDU/CSU und gerade 3% die SPD. 59% aller Deutschen, darunter auch Mehrheiten der Unions- und SPD-Anhänger, fühlen sich in diesem Politikfeld bei den Grünen am besten aufgehoben (bei der AfD: 1%; FDP: 3%; Linke: 2%; keine Partei: 9%; weiß nicht: 9%).  

„Fridays for Future”: Politische Konsequenzen

In zunehmendem Maße erwarten die Deutschen politisch nachhaltige Konsequenzen der „Fridays for Future”-Bewegung: Nach 37% im April glauben jetzt 51% der Befragten, dass die Politik in Deutschland deshalb mehr für den Klimaschutz tun wird, 48% (Apr: 61%) glauben das nicht. Dass die Proteste von Schülern, die freitags während der Unterrichtszeit für mehr Klimaschutz demonstrieren, bei uns die Politik im Bereich Klima spürbar beeinflussen werden, erwarten 52% im Westen und 44% im Osten. Männer und Frauen unterschieden sich hierbei kaum und bei den unter 30-Jährigen fallen die Erwartungen an die Politik – unabhängig vom Geschlecht – ganz ähnlich aus wie in allen anderen Altersgruppen. 

EU: Russland-Sanktionen

Nach der Annexion der Halbinsel Krim 2014 und Russlands militärischer Einmischung in der Ukraine hat die Europäische Union wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt, die auch bei uns zu Nachteilen führen. Vor diesem Hintergrund sind 37% der Befragten – 33% im Westen, aber 55% im Osten – für eine Lockerung der Russland-Sanktionen, 15% sind für eine Verschärfung und 38% sagen, dass der Umfang der wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Russland unverändert aufrechterhalten werden sollte

USA-Iran-Konflikt: Kriegsgefahr am Persischen Golf

Mit Blick auf den Konflikt zwischen dem Iran und den USA am Persischen Golf befürchten 40% der Deutschen, dass es in dieser Region demnächst zu einem Krieg zwischen dem Iran und den USA kommen wird, 52% glauben das nicht und 8% können oder wollen nicht einschätzen, ob zwischen dem Iran und den USA ein Krieg droht.  

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