Politik

Umwelt Regierung wegen Schäden an Bäumen alarmiert

Klöckner will Wald mit Geld retten

Archivartikel

Berlin.Die deutschen Wälder sollen nach massiven Schäden durch Dürre und Schädlinge besser für den Klimawandel gewappnet werden. Bundesagrarministerin Julia Klöckner strebt dazu ein übergreifendes Vorgehen für Nothilfen an. Im Sinne des Gemeinwohls und der Klimaschutzfunktion des Waldes müsse beschädigtes Holz rasch herauskommen und eine große Wiederaufforstung folgen. Konkrete Summen für staatliche Zuschüsse nannte sie nicht.

Im Wald zeige sich „eine Zäsur“, betonte Klöckner nach dem Treffen mit Vertretern von Waldbesitzern und Forstwirtschaft, Naturschutz- und Jagdverbänden, Holzverarbeitern und Kommunen. Bäume hätten schon gelbe Blätter, Buchen drohten zu vertrocknen.Rund 110 000 Hektar Wald seien verloren gegangen.

Halbe Milliarde denkbar

Bei der Wahl geeigneter Baumarten für eine Aufforstung könne man aber nicht pauschal vorgehen, dies müsse je nach Standort entschieden werden, sagte die Ministerin. Mit Blick auf Forderungen nach staatlichen Hilfsprogrammen legte sich Klöckner noch nicht fest. Sie machte deutlich, dass aus Sicht des Bundes eine Größenordnung von rund einer halben Milliarde Euro über vier Jahre realistisch sein könnte. Beschlüsse werden bei einem „Waldgipfel“ von Bund und Ländern am 25. September angestrebt. Die Forstwirtschaft fordert einen umfassenden „Pakt für den Wald“. Es sei von Kosten von rund zwei Milliarden Euro auszugehen, hatte der Verband der privaten Waldeigentümer erläutert.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) fordert in seinem bislang unveröffentlichten Notfallplan Wald, der dieser Zeitung vorliegt, 200 neue Personalstellen, um den Wald im Südwesten zu erhalten und aufzuforsten. Der Finanzbedarf beläuft sich „auf insgesamt 40 Millionen Euro jährlich im Doppelhaushalt 2020/2021“, heißt es weiter. dpa

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