Politik

Waffen Bundessicherheitsrat erlaubt brisante Lieferung in die Vereinigten Arabischen Emirate

Koalition genehmigt Rüstungsexporte

Archivartikel

Berlin.Die Bundesregierung hat eine brisante Rüstungslieferung an die in den Iran-Konflikt verstrickten Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) genehmigt. Der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geleitete Bundessicherheitsrat gab in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für den Export von Stromaggregaten für ein Luftabwehrsystem. Das geht aus einem Schreiben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an den Wirtschaftsausschuss des Bundestags hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Teile für Panzer nach Algerien

Lieferant ist Jenoptik Power Systems. Das Unternehmen mit Sitz im bayerischen Altenstadt produziert Stromaggregate für „Patriot“-Batterien des US-Konzerns Raytheon. Die VAE zählen – wie auch Deutschland – zu den Staaten, die mobile „Patriot“-Systeme zum Schutz vor Luftangriffen nutzen. Erst vor wenigen Tagen hatte das US-Verteidigungsministerium entschieden, zwei zusätzliche Batterien dieses Typs in den Wüstenstaat zu verlegen – als Reaktion auf den Drohnen-Angriff auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien.

Der Bundessicherheitsrat, dem neben Merkel mehrere Minister angehören, genehmigte Rheinmetall und MAN Military Vehicles auch den Export von 240 Teilesätzen für den Bau von Transportpanzern nach Algerien. Die Panzer sind mit einer Waffenstation ausgerüstet, die Waffen werden aber nicht mitgeliefert. Der finanzielle Umfang der beiden Rüstungsgeschäfte ist in dem Schreiben nicht angegeben.

Die Exportgenehmigung für die VAE ist heikel, weil der Golfstaat mit riesigen Ölvorkommen lange Zeit an vorderster Front an der Seite Saudi-Arabiens gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen gekämpft hat. Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag 2017 vereinbart, an solche „unmittelbar“ am Krieg beteiligten Staaten keine Rüstungsgüter mehr zu liefern.

Die mangelnden Fortschritte im Kampf gegen die Huthis haben allerdings inzwischen zum Bruch im saudisch-emiratischen Bündnis geführt. Im Juli wurde bekannt, dass die VAE ihre damals rund 5000 Soldaten im Jemen schrittweise abziehen wollen. Über die Zahl der noch im Land befindlichen Truppen machen die Emirate keine Angaben.

Die Export-Entscheidung der Bundesregierung könnte sowohl mit dem Kurswechsel der VAE im Jemen-Krieg als auch mit der verschärften Bedrohungslage in der Region wegen der Iran-Krise zu tun haben. In den VAE leben Tausende Deutsche. Zudem gibt es dort Militärstützpunkte von Nato-Partnern.

Die USA haben insgesamt rund 5000 Soldaten dort stationiert. Vom Luftwaffenstützpunkt Al Dhafra aus starten die meisten Überwachungsflüge des US-Militärs weltweit.

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