Politik

Politbarometer November 2018 (KW 45 - II)

"Kramp-Karrenbauer hat das Zeug zur Kanzlerin"

Angela Merkel: CDU-Parteivorsitz und Zukunft als Bundeskanzlerin

Den Rückzug Angela Merkels vom CDU-Parteivorsitz sehen die Deutschen klar positiv: 78% aller Befragten und auch 72% der Unionsanhänger finden es gut, dass Merkel beim CDU-Parteitag im Dezember nicht wieder als Parteivorsitzende kandidieren will. Insgesamt 18% (CDU/CSU-Anhänger: 27%) finden das nicht gut.    

Während Angela Merkel auf den Parteivorsitz verzichten will, hat sie auch angekündigt, bis zur nächsten Bundestagswahl im Jahr 2021 Bundeskanzlerin bleiben zu wollen. 63% der Deutschen finden es gut und 34% nicht gut, wenn Merkel bis dahin Bundeskanzlerin bleibt – bei allerdings unterschiedlichen Einstellungen in den politischen Lagern: Im Detail begrüßen 75% der CDU/CSU-, 72% der SPD-, 18% der AfD-, 54% der FDP-, 68% der Linke- und 70% der Grünen-Anhänger einen Verbleib Angela Merkels im höchsten Regierungsamt bis 2021. Nach der Landtagswahl in Bayern, also vor der Rückzugs-Ankündigung, hatten es nur 40% ganz allgemein – und ohne zeitlichen Bezug – gut gefunden, wenn Merkel Bundeskanzlerin bleibt, 56% fanden das vor drei Wochen nicht gut.  

Zukünftiger CDU-Parteivorsitz: Kamp-Karrenbauer, Merz und Spahn  

Für den CDU-Vorsitz gibt es mehrere Kandidaten. Vor der Wahl zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn befürworten 31% aller Befragten Kramp-Karrenbauer, 25% Merz und nur 6% Spahn als zukünftige/n Parteivorsitzende/n, weiteren 23% der Deutschen ist das egal und 15% wissen es nicht, häufig weil sie die Kandidaten nicht kennen. In der Unionsanhängerschaft liefern sich Kramp-Karrenbauer und Merz ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Hier hätten 35% am liebsten Annegret Kramp-Karrenbauer als Parteichefin, 33% favorisieren Friedrich Merz für dieses Amt, Jens Spahn bleibt mit 7% abgeschlagen, 14% der CDU/CSU-Anhänger ist das egal und 11% können oder wollen sich hier nicht festlegen.  

 Auf die Frage, wer von diesen drei genannten Kandidaten die CDU am besten in die Zukunft führen kann, nennen 33% aller Befragten und 38% der CDU/CSU-Anhänger Annegret Kramp-Karrenbauer, insgesamt 29% und ebenfalls 38% der CDU/CSU-Anhänger nennen hier Friedrich Merz sowie 9% aller Befragten Jens Spahn (CDU/CSU-Anhänger: 10%). Insgesamt 29% können oder wollen die Perspektiven für die CDU mit diesen Kandidaten nicht abschätzen (CDU/CSU-Anhänger: 14%).   

Eignung als Bundeskanzler/in: Kamp-Karrenbauer, Merz und Spahn  

Das Zeug zum Kanzler bzw. zur Kanzlerin hat für eine knappe relative Mehrheit – und soweit bekannt – Annegret Kramp-Karrenbauer, bei Friedrich Merz gibt es geringfügig größere Zweifel, wogegen die meisten Deutschen Jens Spahn diese Qualifikation absprechen. Konkret meinen 41% aller Befragten (CDU/CSU-Anhänger: 52%), dass sich Kramp-Karrenbauer als Bundeskanzlerin eignen würde, für 35% (CDU/CSU-Anhänger: 33%) eignet sie sich nicht für dieses Amt (Rest hier und nachfolgend jeweils: weiß nicht/alle drei Kandidaten unbekannt). Bei Friedrich Merz sehen 35% (CDU/CSU-Anhänger: 50%) entsprechendes Potenzial, 39% (CDU/CSU-Anhänger: 35%) sehen Merz mit Blick auf das höchste Regierungsamt kritisch. Dass sich Jens Spahn als Bundeskanzler eignet, sagen lediglich 17% aller Befragten (CDU/CSU-Anhänger: 19%), 58% der Deutschen (CDU/CSU-Anhänger: 61%) sind diesbezüglich skeptisch. 

CDU: Politischer Kurs

Was den politischen Kurs der CDU betrifft, wird der Ruf nach mehr traditionell-konservativer Politik in der Unionsanhängerschaft lauter. Allerdings haben sich mit der verringerten Zustimmung zur CDU/CSU ihre Anhänger auch stärker auf ihre Kernwählerschaft reduziert, als dies zu Jahresbeginn der Fall war. Nach 35% im Februar sollten jetzt nach Ansicht von 44% der Unionsanhänger (alle Befragte: 36%) traditionell-konservative Werte in der CDU-Politik zukünftig eine stärkere Rolle spielen. Noch 17% (Feb-II: 28%) der Unionsanhänger (alle Befragte: 30%) fänden weniger Traditionell-Konservatives besser und 36% (Feb-II: 33%) aus den eigenen Reihen (alle Befragte: 27%) sehen weder in die eine noch die andere Richtung stärkeren Änderungsbedarf. 

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