Politik

Afrika Opposition verweigert Verhandlung mit Militär

Krise im Sudan spitzt sich zu – Äthiopien vermittelt

Khartum.In der politischen Krise im Sudan versucht nun das Nachbarland Äthiopien zu vermitteln. Regierungschef Abiy Ahmed reiste am Freitag in die sudanesische Hauptstadt Khartum, um mit der dortigen Militärführung und der Opposition Gespräche zu führen, wie sein Büro twitterte. Eine Voraussetzung zur Wiederherstellung des Friedens im Sudan sei Einigkeit, hieß es.

Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte, Beobachter in den Sudan schicken zu wollen, um Vorwürfe der Menschenrechtsverletzungen seit der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste zu untersuchen. Sicherheitskräfte hatten am Montag mit Gewalt eine wochenlange Sitzblockade in Khartum aufgelöst, die maßgeblich zum Sturz des Langzeitmachthabers Omar al-Baschir beigetragen hatte. Nach Angaben eines Ärzteverbands starben dabei mehr als 100 Menschen, mehr als 500 wurden verletzt. Das sudanesische Gesundheitsministerium gab die Zahl der Toten mit 61 an. Sicherheitskräfte gingen nach Angaben von Opposition und Ärzten auch in den Tagen danach gegen Demonstranten vor.

Präsident Al-Baschir, der das Land mit harter Hand regiert hatte, war im April von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren Massenproteste vorausgegangen. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. dpa