Politik

Besuch Papst verurteilt Krieg im Jemen

Kritik an Emiraten

Archivartikel

Rom/Abu Dhabi.Papst Franziskus hat vor seinem historischen Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Krise im Jemen angeprangert – und damit auch seine Gastgeber angesprochen. „Ich verfolge mit großer Sorge die humanitäre Krise im Jemen. Die Bevölkerung ist erschöpft von dem langen Konflikt, und viele Kinder leiden an Hunger“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt gestern kurz vor seinem Abflug nach Abu Dhabi vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Anschließend brach Franziskus zum ersten Besuch eines Papstes auf der Arabischen Halbinsel auf.

Der Pontifex wird Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis morgen besuchen. Die Emirate sind Teil der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz in dem Bürgerkrieg im Jemen. „Beten wir kräftig. Das sind Kinder – die Hunger haben, die Durst haben, die keine Medizin haben, die in Gefahr sind zu sterben“, sagte Papst Franziskus auf dem Petersplatz. Bei den Angriffen der Militärkoalition sterben auch Zivilisten. Der Jemen-Krieg im Süden der Arabischen Halbinsel hat sich seit 2015 nach UN-Angaben zur schwersten humanitären Krise der Welt ausgewachsen.

Pontifex fördert Dialog

Im Zentrum der Reise in das islamische Land steht ein interreligiöses Treffen, das heute beginnt. Daran sollen Hunderte Vertreter verschiedener Religionen teilnehmen. Franziskus fördert seit Beginn seiner Amtszeit den Dialog von Muslimen und Katholiken. Im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten wie Saudi-Arabien sind Christen in den Emiraten frei, ihre Religion auszuüben und Kirchen zu bauen. Der Vatikan spricht von etwa 900 000 Katholiken in dem Land, rund zehn Prozent der Bevölkerung. dpa