Politik

Nationalrat Früherer Kanzler in Umfragen vorne

Kurz hat gute Chancen

Archivartikel

Wien.Vier Monate nach dem vorzeitigen Ende der rechtskonservativen Regierung aus ÖVP und FPÖ wählen die Österreicher am Sonntag ein neues Parlament. Insgesamt treten acht Parteien landesweit an. Laut Umfragen hat ÖVP-Chef Sebastian Kurz beste Chancen, mit einem deutlichen Stimmenplus die Wahl zu gewinnen.

Ausgang für FPÖ ungewiss

Die Meinungsforscher sehen die von ihm geführte ÖVP bei rund 35 Prozent. Die SPÖ kann den Umfragen zufolge mit rund 22 Prozent rechnen. Damit droht ihr das bisher schlechteste Ergebnis bei einer Nationalratswahl. Der Wiedereinzug der Grünen ins Parlament scheint sicher. Angesichts der Debatte um die Klimakrise kann die Umweltpartei auf 13 Prozent hoffen. Die liberalen Neos dürften deutlich auf etwa neun Prozent zulegen.

Die größte Unsicherheit herrscht über das Abschneiden der rechten FPÖ. Die letzten Umfragen eine Woche vor der Wahl sahen die Partei von Spitzenkandidat Norbert Hofer noch bei mindestens 20 Prozent. Angesichts der neuen Parteikrise wegen möglichen Fehlverhaltens von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache droht der FPÖ nach Meinung der Demoskopen aber eine Abwanderung von Unterstützern. Gegen Strache ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien wegen des Verdachts der Untreue. Er soll private Rechnungen unzulässig über die Partei abgerechnet haben. Strache selbst bestreitet die Vorwürfe.

Ein Video von 2017 zeigte Strache im Gespräch mit einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte auf Ibiza. Dabei wirkte Strache anfällig für Korruption. Der FPÖ-Chef trat von allen Ämtern zurück, Kurz beendete die Koalition und das Parlament stürzte den Kanzler durch ein Misstrauensvotum. 

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