Politik

Arbeitsmarkt 26-Milliarden-Euro-Rücklage schmilzt schnell

Kurzarbeit steigt stark

Archivartikel

Nürnberg.Die Bundesagentur für Arbeit sitzt auf viel Geld: 26 Milliarden Euro beträgt die Rücklage, die sich in den vergangenen Jahren bei der Behörde in Nürnberg angesammelt hat. Aber selbst dieses dicke Finanzpolster wird womöglich nicht reichen, um die Folgen der Corona-Krise auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu bekämpfen. Was der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, am Donnerstag in Nürnberg verkünden musste, macht das Ausmaß der Krise mehr als deutlich. Die Arbeitslosigkeit nehme zu, das Kurzarbeitergeld steige exponentiell auf „ungeahnte Höhen“, die Stellenzugänge brächen ein.

751 000 Unternehmen haben bis Ende April für 10,14 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Weit mehr, als Volkswirte prognostiziert hatten. „Das ist eine Zahl, die uns auch ein bisschen hat den Atem stocken lassen“, sagte Scheele. Aber hinter diesen 10,14 Millionen Namen steckten Menschen, deren Arbeitsplatz erhalten werde.

Damit könnte nicht nur jedes dritte dazu berechtigte Unternehmen von Kurzarbeit betroffen sein, sondern auch fast jeder dritte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland. In der Gastronomie – einer der am stärksten betroffenen Branchen, ist sogar für neun von zehn Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet worden. 

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