Politik

Justiz Anfeindungen wegen Debatte um Missbrauchsstrafen

Lambrecht bedroht

Archivartikel

Berlin.In der Debatte um härtere Strafen für Kindesmissbrauch ist Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) eigenen Angaben zufolge schweren Anfeindungen ausgesetzt. „Ich bekomme Morddrohungen. Ich bekomme Androhungen von Gewalt – nicht nur mir gegenüber, sondern auch meinem Kind gegenüber, damit ich meine Meinung ändere“, sagte die Bergsträßer Politikerin laut einer Mitteilung in der für Donnerstag aufgezeichneten ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Die Sprache ist verroht, und das alles unter dem Deckmantel, dass man Kinder schützen müsse.“

Nachdem ein Fall von schwerem sexuellen Missbrauch mehrerer Kinder in Münster bekannt geworden war, hatte die Justizministerin zunächst Forderungen aus der Union nach härteren Strafen zurückgewiesen. Angesichts anhaltender Kritik hat sie ihren Kurs aber geändert. Am Donnerstag konkretisierte sie ihre Pläne: Sie will nicht nur sexuellen Missbrauch bei Kindern mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr belegen und damit zum Verbrechen hochstufen, sondern plant das auch für den Besitz von Kinderpornografie. Bisher war hier nur die Rede von einer Strafverschärfung bei gewerbsmäßiger Verbreitung solcher Bilder und Videos. 

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