Politik

Leichte Gewinne für CDU/CSU, AfD und Linke, höhere Verluste bei den Grünen

Archivartikel

Politische Stimmung in Deutschland

CDU/CSU, AfD und Linke gewinnen leicht an Zustimmung, die SPD muss leichte, die Grünen etwas höhere Verluste hinnehmen. Aktuell erreicht die CDU/CSU 30% (+1), die SPD kommt auf 15% (-1). Die AfD erhält 8% (+1), die FDP kommt auf 5% (+/-0) und die Linke auf 10% (+1). Die Grünen sind aktuell bei 26% (-3), alle anderen Parteien erhalten zusammen 6% (+1). *

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums. 

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, würden FDP und Grüne leicht einbüßen, die Linke könnte einen Punkt hinzugewinnen. Die Union käme nach wie vor auf 27% und die SPD auf 14%. Die AfD könnte ebenfalls mit 14% (+/-0) rechnen, die FDP bekäme 6% (-1). Die Linke würde 10% (+1) erzielen und die Grünen 22% (-1), alle sonstigen Parteien würden zusammen 7% (+1) erhalten. Damit hätte Schwarz-Grün weiterhin als einzige Konstellation aus zwei Parteien eine parlamentarische Mehrheit. Für eine Koalition aus Grünen, SPD und Linke wird es knapp nicht reichen.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die gemeinsame Arbeit in der Bundesregierung auf der Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) wird mit 0,4 ähnlich beurteilt wie zuletzt (Dez: 0,5; Jan: 0,5). Die Arbeit der CDU/CSU in der Koalition wird mit 0,3 (Dez: 0,4; Jan: 0,2), die der SPD mit 0,1 (Dez: 0,1; Jan: 0,1) bewertet. 

Beurteilung der Bundesregierung

Ganz allgemein wird die Arbeit der Bundesregierung von weniger Befragten positiv gesehen als in den letzten Monaten: Aktuell sind 55% der Ansicht, dass die Große Koalition gute Arbeit leistet (Dez: 57%; Jan: 62%), 41% kritisieren die Arbeit der amtierenden Regierung (Dez: 36%; Jan: 33%), 4% urteilen darüber nicht (Dez: 7%; Jan: 5%). 

Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Bei der Beurteilung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es Bewegung im Vergleich zur Umfrage im Januar: Jens Spahn und Friedrich Merz sind nun nicht mehr in den Top Ten vertreten, dafür zählen Ursula von der Leyen wieder und Annalena Baerbock erstmals zu den wichtigsten Politikern. Wie immer wurde die Bewertung nach Sympathie und Leistung mittels der Skala von +5 bis -5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen.

Angeführt wird das Ranking nach wie vor von Angela Merkel mit einem unveränderten Durchschnittswert von 1,4. Weiterhin auf dem zweiten Rang der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck (1,2), erstmals dabei und auf dem dritten Rang seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock mit 0,8; die allerdings 46% der Befragten unbekannt ist und somit von ihnen auch nicht bewertet wird. Es folgen Finanzminister Olaf Scholz (0,6) und Außenminister Heiko Maas (0,6). Markus Söder verliert vier Zehntel und erhält aktuell einen Wert von 0,1, ihm folgt Christian Lindner (0,0). Im Negativbereich werden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (-0,1), Horst Seehofer (-0,3) und Annegret Kramp-Karrenbauer (-0,7) verortet.

Angela Merkel: Beurteilung der Arbeit und Bundeskanzlerin bis 2021

Ähnlich wie in den letzten Monaten fällt die Meinung zur Arbeit von Angela Merkel aus: 70% der Wahlberechtigten sind der Meinung, Angela Merkel macht ihre Sache als Regierungschefin eher gut (Dez: 68%; Jan: 69%), 27% der Befragten attestieren der Kanzlerin eher schlechte Leistungen (Dez: 30%; Jan: 28%), 3% äußern sich dazu nicht (Dez: 2%; Jan: 3%).  

 Diese gute Leistungsbilanz führt sicher auch zu dem Ergebnis, dass drei Viertel aller Deutschen (75%; Nov-I: 70%) es gut finden, wenn Angela Merkel – wie von ihr angekündigt – bis 2021 Bundeskanzlerin bleibt, 23% (Nov-I: 27%) finden das nicht gut. Gegensätzlich zu allen anderen Parteianhängern sehen die AfD-Anhänger sowohl die Arbeit als auch den Verbleib der Kanzlerin im Amt mehrheitlich kritisch.   

Gewünschte Koalition

Auf die vorgabenfreie Frage, welche Parteien zusammen die nächste Bundesregierung bilden sollen, nennen 19% Schwarz-Grün (Dez: 16%; Jan: 18%), für 13% ist Rot-Grün das präferierte Koalitionsmodell (Dez: 10%; Jan: 13%). 8% sprechen sich für eine große Koalition aus (Dez: 9%; Jan: 8%) und 7% für Grün-Rot-Rot (Dez: 7%; Jan: 8%). Ebenfalls 7% der Nennungen entfallen auf ein Bündnis aus Union und FDP (Dez: 8%; Jan: 7%). Andere Koalitionsmodelle kommen zusammen auf 27% (Dez: 28%; Jan: 26%), 19% antworten mit „weiß nicht“ (Dez: 22%; Jan: 20%).  

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