Politik

Extremismus Schilder mit Namen von NSU-Opfern beklebt

Linke taufen Straßen um

Mannheim.Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linksextremistische Aktivisten gestern in mehr als 20 Städten – so auch in Mannheim – rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen. Für die „Umbenennungen“ seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke (IL) mit. In Mannheim war dies etwa die Lange Rötterstraße in der Neckarstadt-West, die mit dem Namen des Nürnberger Mordopfers Enver Simsek überklebt wurde. Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die Organisation als linksextremistisch. Nach Angaben der Verfassungsschützer will sie eine Verbindung schaffen zwischen militanten Gruppierungen und nichtgewaltorientierten Linksextremisten.

Heute will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess verkünden. Zschäpe war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. dpa