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Baden-Württemberg

LKA: Internetbetrug nimmt zu - Täter ergaunern Millionenbeträge

Archivartikel

Stuttgart.Mit immer raffinierten Maschen ergaunern Betrüger im Internet Millionenbeträge. Für dieses Jahr rechnet das Landeskriminalamt (LKA) mit einem weiteren Anstieg sogenannter Cybercrime-Fälle, wie die Behörde am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Besonders hohe Beträge kassieren Betrüger demnach beim sogenannten "CEO-Fraud". Dabei geraten Angestellte ins Visier der Täter. Vor ihnen geben sie sich als Entscheidungsträger der Firmen aus und beauftragen hohe Geldüberweisungen. Laut LKA wurden so seit 2014 mehr als 40 Millionen Euro in Baden-Württemberg erbeutet - allein im ersten Halbjahr dieses Jahres fast zehn Millionen Euro.

Von Kambodscha aus hatte ein anderer Täter rund 2,6 Millionen Euro erbeutet. In nahm das LKA fest, als er Verwandte in Deutschland besuchte. Seine Masche: Er besorgte sich Zugänge zu Onlinekonten, rief bei den Banken an, gab sich als Kontoinhaber aus und beantragte das sogenannte TAN-Verfahren auf eine andere Handynummer umzustellen. Dadurch konnte er Überweisungen tätigen und die Konten leerräumen.

Außerdem verzeichneten die Ermittler dieses Jahr bereits mehr als 800 Fälle von "Sextortion". In E-Mails behaupten Unbekannte dabei, den Computer der Betroffenen gehackt und sie beim Surfen auf Porno-Seiten gefilmt zu haben. Als Beweis werden demnach häufig Passwörter der Empfänger aufgelistet. Die könnten laut LKA aber von anderen Webseiten stammen, bei denen sich die Opfer registriert hätten.