Politik

Lateinamerika Außenminister will Beziehungen stärken

Maas: „Sind natürliche Verbündete“

Archivartikel

Berlin.Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will die lange vernachlässigten Beziehungen zu Lateinamerika und zur Karibik wieder in Schwung bringen. „Wir sind nichts anderes als natürliche Verbündete“, sagte er am Dienstag bei einer Konferenz mit rund 20 Außenministern in Berlin. Er hob die gemeinsamen Werte hervor und das gemeinsame Interesse, internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen gegen nationale Alleingänge zu verteidigen. „In einer Welt, in der das Recht des Stärkeren die Stärke des Rechts ersetzt, können Europa, Lateinamerika und die Karibikstaaten nur verlieren.“

Im April hatte Maas das Treffen mit einer Reise nach Brasilien, Kolumbien und Mexiko vorbereitet. Ziel ist es, neben den Wirtschaftsbeziehungen und der politischen Zusammenarbeit auch Netzwerke im gesellschaftlichen Bereich zu stärken. Maas will in der Region auch Verbündete für seine „Allianz der Multilateralisten“ gegen wachsenden Populismus und Nationalismus weltweit gewinnen.

Die deutsche Wirtschaft setzt große Hoffnungen in die Lateinamerika-Initiative. Andreas Renschler, der Vorsitzende des Lateinamerika-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, beklagte, dass nur 2,6 Prozent der deutschen Exporte in die Region gingen. Dabei habe Lateinamerika einen Anteil von sieben Prozent an der Weltwirtschaft. Im Gegensatz zu Deutschland verfolgten die USA und China eine „konsequente Expansionspolitik“, beklagte Renschler. „Die deutsche Wirtschaft ist dabei, den Anschluss zu verlieren.“