Politik

Chemnitz FDP sieht innere Sicherheit gefährdet

Maaßen muss sich heute erklären

Archivartikel

Berlin.Vor seiner Befragung im Bundestag wächst der Druck auf den Chef des Inlandsgeheimdienstes, Hans-Georg Maaßen. Heute muss sich der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz zuerst im geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages und dann im Innenausschuss für seine Interview-Äußerung verantworten, es habe in Chemnitz als Reaktion auf eine tödliche Messerattacke keine „Hetzjagden“ auf Ausländer gegeben. In demselben „Bild“-Interview hatte Maaßen außerdem gesagt, es gebe keine Belege dafür, dass ein entsprechendes Video authentisch sei. Nach Informationen der „Welt“ hatte Maaßen die Echtheit des im Internet kursierenden Videos infrage gestellt, bevor Fachleute seiner Behörde die Authentizität des Videos geprüft hatten.

Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ berichtete, ein Mann, der in Chemnitz aus einer Demonstration heraus ausländisch aussehende Menschen attackiert haben soll, sei Mitarbeiter einer bundesweit tätigen Sicherheitsfirma gewesen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte demnach, dass der Vorfall bekannt sei. Schon Ende August habe man sich „mit sofortiger Wirkung von dem Mitarbeiter getrennt“.

Demo mit Parolen

Auf dem Video vom 26. August, dessen Echtheit Maaßen zunächst angezweifelt hatte, ist zu sehen, wie Männer hinter anderen Menschen herrennen. Dabei sind Rufe zu hören wie „Haut ab! Was ist denn, ihr Kanaken?“.

Aus einem internen Lagefilm der Polizei geht laut „Frontal 21“ weiter hervor, dass es die Polizei Chemnitz am 27. August mit einer intensiven Bedrohungslage zu tun hatte. Weiter gehe aus dem Polizeibericht hervor, dass es zwischen 21.00 und 22.00 Uhr mehrfach Versuche rechtsgerichteter Gewalttäter gab, linke Demonstranten oder Ausländer zu attackieren. Um 21.42 Uhr heißt es in dem Bericht: „100 vermummte Personen (rechts) suchen Ausländer.“

Anlass für die Spontandemo war der Tod eines 35-jährigen Deutschen am frühen Morgen des 26. August. Er war niedergestochen worden. Tatverdächtig sind drei Asylbewerber, die aus Syrien und dem Irak stammen sollen.