Politik

Affäre Ermittlungsverfahren gegen Sicherheitsmann

Macrons verhaltene Kritik

Archivartikel

Paris.In der Affäre um seinen Ex-Sicherheitsmitarbeiter will Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron Aufklärung und Konsequenzen für die Verantwortlichen. Wie Regierungssprecher Benjamin Griveaux gestern dem Sender RTL sagte, forderte Macron, dass das „schockierende“ und „inakzeptable“ Verhalten des Mitarbeiters Alexandre Benalla Strafen nach sich ziehe. Niemand stehe über dem Gesetz. Mängel im System müssten behoben werden.

Benalla soll bei einem Polizeieinsatz in Paris am 1. Mai gegen einen Demonstranten gewalttätig vorgegangen sein und eine Frau abgeführt haben. Dabei soll er Polizeihelm und Polizeiarmbinde getragen haben, obwohl er nicht als Ordnungshüter im Einsatz gewesen war.

Gegen Benalla wurde mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ihm werden unter anderem Gewalttätigkeit und Amtsanmaßung vorgeworfen. Die Affäre um den heute 26-Jährigen gehört zu den größten Krisen der Amtszeit von Macron.

Gestern berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Élysée-Kreise, dass der Präsident entgegen früheren Planungen morgen nicht als Zuschauer bei einer Etappe der Tour de France in den Pyrenäen dabei sein werde. Die Entscheidung habe aber nichts mit der Benalla-Affäre zu tun, hieß es.

Vor allem der französische Innenminister Gérard Collomb sieht sich seit den Enthüllungen harscher Kritik ausgesetzt – auch weil er keine strafrechtlichen Schritte gegen Benalla einleitete. dpa

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