Politik

Kirche Missbrauchsvorwürfe bei jedem dritten Orden

Mehr als 1400 Fälle

Archivartikel

Bonn.Mindestes jeder dritte katholische Orden in Deutschland sieht sich mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Eine Mitgliederbefragung der Dachorganisation Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) ergab, dass sich bei den Ordensgemeinschaften mindestens 1412 Personen gemeldet haben, die angaben, als Kind oder Jugendlicher sexuell missbraucht worden zu sein. 654 Ordensmitglieder wurden als Täter beschuldigt. Die meisten davon – 522 oder knapp 80 Prozent –seien tot, teilte die DOK am Mittwoch in Bonn mit. 37 Beschuldigte seien aus ihrem Orden ausgetreten.

Die Vorfälle reichen den Angaben zufolge teilweise bis in die 50er und 60er Jahre zurück, als noch viele Schulen und Internate von Patern oder Nonnen geführt wurden. Die DOK betonte, dass die Angaben nicht auf eine wissenschaftliche Studie zurückgingen. Es handele sich um eine interne Umfrage.

Eine Studie der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hatte 2018 den massenhaften Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker dokumentiert. Die Aufarbeitung geht weiter. dpa

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