Politik

Politbarometer III (November II 2019, KW 48)

Mehr als die Hälfte fühlen sich beim Thema Klimaschutz am ehesten von Grünen vertreten

Archivartikel

Mehr als drei Viertel aller Deutschen (77%) glauben, die AfD wird hauptsächlich als „Denkzettel für die anderen Parteien gewählt“, 18% meinen „um die politischen Forderungen der AfD zu unterstützen“. Unter den bundesweiten AfD-Anhängern sagen knapp zwei Drittel (64%) „Denkzettel“ und 31% „um die politischen Forderungen zu unterstützen“.

Rechtsextremes Gedankengut in der AfD

Ein Grund, weshalb die Deutschen mehrheitlich die AfD ablehnen, sind eindeutige Ansichten zur Gesinnung innerhalb dieser Partei: Nach Meinung von 81% aller Deutschen, aber nur 28% (Sep-I: 24%) der eigenen Anhänger, ist rechtsextremes Gedankengut in der AfD weit (41%; Sep-I: 39%) oder sehr weit (39%; Sep-I: 41%) verbreitet, lediglich 16% (Sep-I: 16%) der Bevölkerung sehen solche Einstellungen in der AfD „nicht so weit“ (15%; Sep-I: 14%) oder „überhaupt nicht“ (2%; Sep-I: 1%) verbreitet.

SPD-Parteivorsitz: Kandidatenpaare

Die SPD soll zukünftig von einem Team geführt werden. Ähnlich wie schon vor drei Wochen kann die Mehrheit der Befragten nicht beurteilen, welches der beiden zur Wahl stehenden Kandidatenpaare besser wäre für die SPD. 25% aller Befragten (Nov-I: 25%) und 38% der SPD-Anhänger (Nov-I: 40%) favorisieren das Kandidatenpaar Olaf Scholz und Klara Geywitz, 13% (Nov-I: 15%) nennen das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken (SPD-Anhänger: 22%; Nov-I: 23%). 62% aller Deutschen (Nov-I: 60%) können diese Personalie überhaupt nicht beurteilen (SPD-Anhänger: 40%; Nov-I: 37%).

Parteikompetenzen

Wenn es beim Top-Thema Klimaschutz um politische Positionen geht, fühlen sich mehr als die Hälfte der Deutschen am ehesten von den Grünen vertreten. Für soziale Gerechtigkeit kann nach Meinung der meisten Befragten am ehesten die SPD sorgen. In dem ökonomisch orientierten Politikfeld Wirtschaft, aber auch bei der Bekämpfung der Kriminalität sowie beim Thema Flüchtlinge/Asyl ist jeweils die Union führend. Der AfD gelingt es lediglich beim Thema Flüchtlinge/Asyl sichtbar zu sein, wobei selbst hier die Grünen stärker punkten. Die Linke wird lediglich bei der sozialen Gerechtigkeit als kompetent wahrgenommen und die FDP bei der Wirtschaftskompetenz.

Die Parteikompetenzen im Detail:

Wenn es um die Parteikompetenz beim Klimaschutz geht, vertreten für 52% aller Wahlberechtigten hier die Grünen am ehesten eine Politik im eigenen Sinne. Nur 14% der Deutschen fühlen sich in diesem Politikfeld bei der CDU/CSU am besten aufgehoben und lediglich 5% bei der SPD. 4% nennen die FDP, 2% die AfD, 1% die Linke, 9% sagen „keine Partei“ und 12% „weiß nicht“.

Wenn es um Flüchtlings- und Asylpolitik geht, kann die Union 31% der Befragten von den eigenen Konzepten überzeugen. 13% halten hier am meisten von den Grünen, 11% von der SPD und 10% von der AfD, 7% von der Linken und 5% von der FDP. 7% geben an, keine Partei mache in diesem Bereich eine Politik in ihrem Sinne, 15% äußern sich nicht dazu.

Die Lösung unserer Wirtschaftsprobleme trauen 40% der Befragten am ehesten der CDU/CSU zu, 10% der SPD und 8% der FDP (Grüne: 4%, Linke: 3%, AfD: 1%). 17% glauben, keine der Parteien könne im Bereich Wirtschaft viel ausrichten, weitere 17% machen keine Angabe.

In Sachen Kriminalitätsbekämpfung führt die Union (41%) mit deutlichem Vorsprung vor der AfD (7%) und der SPD (6%). 2% sprechen sich hier jeweils für Grüne und Linke aus, 1% für die FDP. 16% der Befragten haben in diesem Bereich in keine der politischen Parteien Vertrauen, darüber hinaus antworten 25% mit „weiß nicht“.

Anders sieht es aus, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht: Das relativ größere Vertrauen haben die Befragten hier in die SPD (22%); 18% glauben, die Union könne am ehesten für soziale Gerechtigkeit sorgen und 16% halten am meisten von der Linken. 8% nennen hier die Grünen, 4% die FDP und 3% die AfD. 13% trauen auf diesem Gebiet keiner Partei etwas zu, 15% äußern sich nicht dazu.

Angst vor Kriminalität

Nach wie vor 30% aller Befragten (Mai: 30%) fühlen sich bei uns durch Kriminalität bedroht, bei 69% (Mai: 70%) ist dies nicht der Fall. In den Reihen der AfD-Anhängerschaft sagen zwei Drittel (66%), dass sie Angst vor Kriminalität haben, in den anderen Parteianhängergruppen sind dies jeweils nur Minderheiten.

Gegen wen muss sich Europa zukünftig am stärksten zur Wehr setzen?

Befragt, gegen welche der drei Weltmächte sich Europa zukünftig am stärksten zur Wehr setzen muss, gibt es deutliche Veränderungen zum Februar. Aktuell nennen mehr als die Hälfte (52%; Feb-II: 31%) der Deutschen China, gefolgt von den USA (29%; Feb-II: 45%) und Russland (13%; Feb-II: 16%) (weiß nicht: 6%, Feb-II: 8%).

Zukünftige wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von China?

Knapp zwei Drittel (63%) befürchten, dass Deutschland zukünftig zu stark von China abhängig sein könnte, wenn es um wirtschaftliche Belange geht, 35% befürchten das nicht. 

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