Politik

Mehrheit befürchtet Schaden für deutsche Wirtschaft wegen US-Strafzöllen

Die wichtigsten Themen in Deutschland

Das Thema Flüchtlinge, Ausländer und Integration ist nach wie vor das wichtigste Problem in Deutschland. Bei der ohne Antwortvorgaben gestellten Frage mit bis zu zwei Angaben nennen 53% – und damit wieder etwas mehr Befragte als zuletzt – diesen Bereich. Danach folgen mit deutlichen Abständen die Themen Rente und Alterssicherung (15%), „Soziales Gefälle“ bzw. „Soziale Gerechtigkeit“ (11%) sowie Bildung und Schule (8%). Jeweils 7% nennen den Verdruss über die politischen Akteure, Themen aus dem Bereich Gesundheit und Pflege und die Arbeitslosigkeit als wichtigste Probleme. Es folgen mit jeweils 6% Umwelt- und Energiethemen sowie der Bereich Kosten, Preise und Löhne und mit 5% Probleme rund um Familie, Jugend und Kinder. 

Flüchtlinge in Deutschland

Aktuell sind 58% und damit ähnlich viele Befragte wie zuletzt (März: 60%) der Meinung, dass wir die vielen Flüchtlinge aus Krisengebieten bei uns verkraften, 39% sind gegenteiliger Ansicht (März: 36%).   

Nach 12% im März berichten nun 15% der Deutschen von großen (10%; März: 10%) oder sehr großen (5%; März: 2%) Problemen mit Flüchtlingen in der eigenen Wohngegend, drei Viertel (März: 80%) haben da nicht so große (38%; März: 42%) oder gar keine (37%; März: 38%) Probleme und 7% (März: 6%) sagen, dass es bei ihnen in der näheren Umgebung keine Flüchtlinge gibt. 

Flüchtlingspolitik von Angela Merkel

Deutlich kritischer als ihre Arbeit insgesamt wird Angela Merkels Flüchtlingspolitik gesehen: Die Mehrheit von 53% spricht von eher schlechter Arbeit auf diesem Gebiet (März: 54%). 43% fällen an dieser Stelle ein positives Urteil (März: 41%); Unions- (62%), SPD- (50%) und Grünen-Anhänger (61%) bescheinigen ihr hier mehrheitlich gute Arbeit. 

Asylverfahren und Aufklärung beim BAMF

Die Deutschen sind skeptisch, was die korrekte Vorgehensweise der Behörden bei den Asylentscheidungen angeht. Lediglich 23% gehen von korrekten Entscheidungen bei der Bearbeitung der Asylanträge in deutschen Behörden aus, eine deutliche Mehrheit von 64% ist der Meinung, im Großen und Ganzen läuft dies nicht korrekt ab (weiß nicht: 13%). 

Bei der Diskussion um eine Aufarbeitung der Missstände im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt es in der Bevölkerung ein deutliches Votum für das Einsetzen eines Untersuchungsausschusses: 64% der Befragten sprechen sich für einen solchen aus, 28% sind der Ansicht, die Untersuchung der Vorgänge im Innenausschuss genügt. Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften sehen die Aufarbeitung der Probleme am besten bei einem Untersuchungsausschuss aufgehoben. 

EU-Mitgliedschaft: Vor- oder Nachteile?

Der Anteil der Befragten, die mit der EU-Mitgliedschaft für unsere Bevölkerung überwiegend Vorteile verbinden, ist im Vergleich zum letzten Jahr zurückgegangen und liegt aktuell bei 45% (Oktober-II: 51%; Dezember: 48%). Für 14% überwiegen die Nachteile (Oktober-II: 11%; Dezember: 12%) und 38% sind der Ansicht, dass die EU für Deutschland so viel Vor- wie Nachteile bringt (Oktober-II: 34%; Dezember: 37%), 3% können oder wollen sich zu dieser Frage nicht äußern (Oktober-II: 4%; Dezember: 3%). 

EU: Zukünftige Entwicklung

Die europäische Staatengemeinschaft soll sich nach Meinung von 59% der Befragten (Oktober II 2017: 58%) zukünftig enger zusammenschließen. Lediglich 24% (Oktober II 2017: 26%) wäre es lieber, wenn die Mitgliedsländer ihre Eigenständigkeit mehr betonen und 13% (Oktober II 2017: 12%) möchten keine großen Veränderungen (weiß nicht: 4%).  

EU: Gefahr durch nationalistisch orientierte Regierungen?

58% aller Befragten (Oktober-II 2017: 62%) sehen in den zunehmend nationalistisch orientierten Regierungen in Europa und ihrem Handeln eine sehr große (15%; Oktober-II: 15%) oder große Gefahr (43%; Oktober-II: 47%) für den Zusammenhalt in der Europäischen Union. 32% sind der Ansicht (Oktober-II 2017: 28%), dass von diesen Regierungen eine weniger große Gefahr dafür ausgeht und 5% (Oktober-II 2017: 6%) sehen darin keinerlei Gefahr für den Zusammenhalt der europäischen Staatengemeinschaft (weiß nicht: 5%). 

Verbot von Einwegprodukten aus Kunststoff

Nach dem Verbot von kostenlosen Plastiktüten will die EU einen Schritt weitergehen und plant, Einwegprodukte aus Kunststoff wie Strohhalme oder Plastikbesteck zu verbieten. Bei 87% stößt ein solches Verbot auf positive Resonanz, 11% sehen ein solches Verbot negativ. 

US-Strafzölle: Folgen für deutsche Wirtschaft

Nach den Androhungen von US-Präsident Trump im April, Strafzölle auf Produkte aus der EU einzuführen, befürchteten damals 63% einen (sehr) starken Schaden für die deutsche Wirtschaft. Nachdem diese Drohung von den USA nun umgesetzt wurde und Strafzölle auch auf Produkte aus der Europäischen Union erhoben werden, sind diese Befürchtungen rückläufig: 42% der Befragten glauben, dass die deutsche Wirtschaft dadurch einen starken (36%) oder sehr starken (5%) Schaden nimmt. Nach Meinung von 50% (April-II: 31%) wird das die deutsche Wirtschaft weniger stark treffen und 4% (April-II: 3%) sind der Ansicht, diese Strafzölle haben keinerlei Auswirkungen (weiß nicht: 5%). 

EU – Einführung von Strafzöllen?

Die Europäische Union hat als Antwort auf das Vorgehen der USA angekündigt, ebenfalls Strafzölle auf amerikanische Produkte einzuführen, das stößt bei mehr als zwei Drittel aller Deutschen (68%) auf positive Resonanz, 27% finden es nicht richtig und 5% haben dazu keine dezidierte Meinung. 

Entwicklung zu einem Handelskrieg?

Nachdem im April die Hälfte aller Deutschen glaubte, dass sich das Konfliktpotential in Handelsfragen zwischen den USA und Europa zu einem weltweiten Handelskrieg entwickelt, befürchten dies aktuell 40%. 55% (April-II: 46%) glauben hingegen nicht, dass sich dieser Konflikt so stark zuspitzt, dass daraus ein Handelskrieg erwächst (weiß nicht: 5%). 

USA – Verlässlicher Partner für Deutschland?

Lediglich 15% aller Befragten halten in der aktuellen Situation die USA für einen verlässlichen Partner Deutschlands, 82% sehen bei der politischen Zusammenarbeit in den USA keinen verlässlichen Partner (weiß nicht: 3%). 

Fußball-Weltmeisterschaft in Russland

Optimistischer als vor vier Jahren sind die Deutschen, wenn es um die anstehende Fußball-WM und den erneuten Titel für Deutschland geht: 34% (Juni-I 2014: 22%) und damit mehr Befragte als vor dem Start der WM 2014 glauben, dass Deutschland Fußball-Weltmeister wird, mehr als die Hälfte rechnet nicht mit dem Titel (54%; Juni-I 2014: 71%) und 12% können das nicht entscheiden (Juni-I 2014: 7%). Frauen (39%) sehen größere Chancen auf den Weltmeistertitel als Männer (30%).                                                   

Jene Befragte, die nicht auf den Titel für die deutsche WM-Elf setzen, beurteilen den Turnierverlauf für die Nationalelf ganz unterschiedlich: 5% sehen die deutsche Nationalelf erst im Finale scheitern und 23% im Halbfinale. 20% gehen vom Erreichen des Viertelfinales aus, 3% sehen die deutsche Elf zumindest im Achtelfinale und 2% sind der Meinung, für den amtierenden Weltmeister ist nach der Vorrunde Schluss.

Uneinig sind sich die Deutschen, wenn es um das Austragungsland der Fußball-WM geht: 30% finden es gut, dass diese WM in Russland stattfindet, 32% finden dies nicht gut und 37% ist es egal.  

Wirtschaftliche Lage

62% halten die wirtschaftliche Lage bei uns für gut (April-I: 63%; Mai: 65%), 33% finden sie teils gut, teils schlecht (April-I: 32%; Mai: 30%) und 4% bezeichnen sie als schlecht (April-I: 5%; Mai: 4%).

28% sind der Meinung, mit der deutschen Wirtschaft geht es zurzeit aufwärts (April-I: 30%; Mai: 32%), 48% erwarten keine großen Veränderungen (April-I: 52%; Mai: 49%) und jeder Fünfte befürchtet einen Abwärtstrend (April-I: 13%; Mai: 16%).

Die eigene wirtschaftliche Lage schätzen zurzeit 63% als gut ein (April-I: 64%; Mai: 63%), 30% geht es in finanzieller Hinsicht teils gut, teils schlecht (April-I: 29%; Mai: 29%) und 7% beurteilen ihre persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse als schlecht (April-I: 7%; Mai: 7%). 

18% glauben, dass sie in einem Jahr ökonomisch besser als jetzt dastehen werden (April-I: 16%; Mai: 18%), 67% rechnen mit so gut wie keiner Veränderung ihrer finanziellen Situation (April-I: 72%; Mai: 70%) und 12% befürchten, dass es ihnen in einem Jahr wirtschaftlich schlechter gehen wird (April-I: 11%; Mai: 11%).  

Parteikompetenzen in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik

Die Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme trauen 40% am ehesten der CDU/CSU zu (April-I: 40%; Mai: 40%) und 12% der SPD (April-I: 13%; Mai: 13%). 5% können sich am ehesten mit den Wirtschaftskonzepten der FDP identifizieren (April-I: 6%; Mai: 6%). 20% denken, dass keine Partei unsere ökonomischen Probleme lösen kann (April-I: 20%; Mai: 21%) und 16% machen bei dieser Frage keine Angabe (April-I: 15%; Mai: 16%). 

Die Kompetenz zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sehen 30% am ehesten bei der Union (April-I: 33%; Mai: 31%) und 22% bei der SPD (April-I: 21%; Mai: 24%). 5% sehen beim Thema Arbeitsmarktpolitik die FDP (April-I: 7%; Mai: 6%) vorn und ebenfalls 5% die Linke (April-I: 3%; Mai: 4%). 14% sind der Meinung, dass keine Partei für neue Arbeitsplätze sorgen kann (April-I: 13%; Mai: 13%), und 20% äußern sich zu diesem Thema nicht (April-I: 19%; Mai: 20%).

29% vertrauen bei der Sozialpolitik eher der SPD (Februar-I: 31%; April-I: 32%); 25% glauben, die Union könne auf diesem Gebiet am meisten bewirken (Februar-I: 22%; April-I: 22%). 14% halten am meisten von der Sozialpolitik der Linken (Februar-I: 13%; April-I: 11%), 7% von der der Grünen (Februar-I: 8%; April-I: 8%) und 6% sehen die Sozialpolitik am ehesten bei der FDP (Februar-I: 6%; April-I: 5%) verortet. 7% trauen auf diesem Gebiet keiner Partei etwas zu (Februar-I: 5%; April-I: 6%) und 10% äußern sich nicht dazu (Februar-I: 12%; April-I: 13%).