Politik

Politbarometer III (Dezember 2019, KW 50)

Mehrheit der Deutschen findet Brexit schlecht

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49% aller Deutschen verbinden mit der EU-Mitgliedschaft überwiegend Vorteile für unsere Bevölkerung (Mai: 55%; Jul: 52%). Für 13% überwiegen die Nachteile (Mai: 10%; Jul: 11%) und 36% sind der Ansicht, dass die EU für Deutschland so viele Vor- wie Nachteile bringt (Mai: 32%; Jul: 35%).

Euro: Gut, dass wir ihn haben?

Konstant auf hohem Niveau ist die Einstellung zum Euro: Dass wir den Euro als Währung haben, finden aktuell 71% gut (Nov-II 2018: 70%) und 26% schlecht (Nov-II 2018: 27%).

Brexit: Bewertung

Nach wie vor findet eine Mehrheit den Austritt Großbritanniens aus der EU schlecht (65%; Okt: 65%), nur 9% der Deutschen befürworten einen Brexit (Okt: 9%) und einem Viertel (24%) der Bevölkerung ist dieser egal (Okt: 24%).

Brexit: Folgen für die EU und Großbritannien

Wenn es zu einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union kommt, sind knapp drei Viertel aller Befragten (73%) der Ansicht, der Austritt ist für die europäische Gemeinschaft langfristig eher schlecht, 14% sehen das Ausscheiden Großbritanniens auf lange Sicht eher positiv für die EU (weiß nicht: 13%).

Dass sich Großbritannien mit dem Austritt selbst mehr schadet als nutzt, meinen 84%, lediglich 8% gehen von positiven Folgen für das Land aus (weiß nicht: 8%).

Wirtschaftliche Lage

Knapp die Hälfte der Deutschen (49%) halten die derzeitige wirtschaftliche Lage bei uns für gut (Okt: 48%; Nov-I: 54%), 42% finden sie teils gut, teils schlecht (Okt: 45%; Nov-I: 37%) und 8% bezeichnen sie als schlecht (Okt: 7%; Nov-I: 8%).

10% sind der Meinung, mit der deutschen Wirtschaft geht es zurzeit aufwärts (Okt: 5%; Nov-I: 8%), 44% erwarten keine großen Veränderungen der ökonomischen Situation (Okt: 43%; Nov-I: 47%) und ebenfalls 44% befürchten einen Abwärtstrend (Okt: 50%; Nov-I: 43%).

Über die eigene finanzielle Lage sagen zurzeit 68%, diese sei gut (Okt: 63%; Nov-I: 67%). 26% geben an, ihre ökonomische Situation sei teils gut, teils schlecht (Okt: 31%; Nov-I: 26%) und 6% beurteilen ihre persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse als schlecht (Okt: 5%; Nov-I: 6%).

14% erwarten in diesem Zusammenhang, dass sie in einem Jahr ökonomisch besser als jetzt dastehen werden (Okt: 14%; Nov-I: 15%), 71% rechnen mit einer gleichbleibenden Lage (Okt: 69%; Nov-I: 69%), 14% befürchten, dass es ihnen dann finanziell schlechter gehen wird (Okt: 15%; Nov-I: 13%).

Wirtschafts- und Arbeitsmarktkompetenz

Die Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme trauen 37% am ehesten der CDU/CSU zu (Nov-I: 38%). 8% sind der Meinung, die SPD verfüge im Bereich der Wirtschaftspolitik über die größte Kompetenz (Nov-I: 9%), 5% glauben das von der FDP (Nov-I: 5%), 4% von den Grünen (Nov-I: 7%), 3% von der Linken (Nov-I: 4%) und 1% von der AfD (Nov-I: 1%). Die Ansicht, dass keine Partei unsere ökonomischen Probleme lösen kann, teilen 24% (Nov-I: 21%) und 17% machen bei dieser Frage keine Angabe (Nov-I: 15%). 

Am besten geeignet, neue Arbeitsplätze zu schaffen, ist nach Meinung von 30% die Union (Sep-I: 35%). Für 14% macht die SPD die bessere Arbeitsmarktpolitik (Sep-I: 13%), für 8% die Grünen (Sep-I: 11%) und für 5% die FDP (Sep-I: 4%). 4% stimmen an dieser Stelle am ehesten mit den Konzepten der Linken überein (Sep-I: 3%) und 2% mit denen der AfD (Sep-I: 2%). 14% sind der Meinung, dass keine Partei für neue Arbeitsplätze sorgen kann (Sep-I: 12%) und 22% äußern sich zu diesem Thema nicht (Sep-I: 20%).

Ähnlich wie in den Jahren davor fallen die Angaben der Befragten aus, wenn es darum geht, wie sie das zu Ende gehende Jahr für sich persönlich bewerten: Für drei Viertel (75%; Dez 2018: 76%) war 2019 ein gutes, für jeden Fünften (22%; Dez 2018: 21%) ein eher schlechtes Jahr.

Auch der Optimismus für das kommende Jahr ist ähnlich ausgeprägt wie im Dezember des letzten Jahres: 30% blicken optimistisch ins neue Jahr (Dez 2018: 28%). Etwas weniger als zwei Drittel (63%; Dez 2018: 67%) erwarten persönlich keine großen Veränderungen für die Zukunft und 6% befürchten, dass ein schlechteres Jahr auf sie zukommt (Dez 2018: 4%).

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