Politik

Mehrheit der Deutschen gegen europäische Beteiligung an Golfmission

Probleme in Deutschland

Auch im August heißt das Top-Thema für die Deutschen Klimaschutz und Umwelt: Bei der Frage nach den beiden wichtigsten Problemen in unserem Land entfallen 42% der Nennungen auf diesen Bereich. Weiterhin häufig genannt wird zudem der Bereich Ausländer/Asyl/Integration/Flüchtlinge (32%). Dann folgen mit viel Abstand die Themen Rente/Alterssicherung (9%), Politik(er)verdruss (7%), Soziales Gefälle/Gerechtigkeit/Arm-Reich (7%), Bildung/Schule (7%), Rechtsextremismus (5%), Familie/Kinder (5%), Kriminalität/Sicherheit (4%) sowie   Krieg/Frieden/Terror (4%). 

Klimawandel: Präsenz des Themas und persönliche Sorgen

Mit Blick auf wichtige Themen bei uns in Deutschland ganz allgemein finden 34% der Befragten, dass es zurzeit „zu viel“ um Klimawandel geht, 29% sagen „zu wenig“ und 36% bezeichnen die Präsenz dieses Themas als „gerade richtig“. Dass der Klimawandel in der öffentlichen Debatte zurzeit zu viel Raum einnimmt, meinen besonders viele FDP- und AfD-Anhänger sowie überdurchschnittlich viele Männer im Alter ab 35 Jahren. „Zu wenig“ sagen dagegen überproportional viele Grünen-Anhänger, junge Menschen und hier allen voran die unter 35-jährigen Frauen.

Ein zentraler Grund, weshalb viele Deutsche die hohe Aufmerksamkeit für das Klima-Thema für gerechtfertigt oder sogar für zu schwach halten, sind ganz offensichtlich die erheblichen Sorgen, die mit diesem Phänomen verbunden sind: 62% aller Deutschen machen sich wegen des Klimawandels große (45%) oder sehr große (18%) Sorgen, bei insgesamt 37% – aber bei 63% der AfD-Anhänger – sind diese Bedenken weniger groß (30%) oder überhaupt nicht vorhanden (6%). Im Detail zeigen sich 72% der Frauen, aber nur 54% der Männer besorgt, zwischen den Altersgruppen sind die Unterschiede weniger stark.  

Billigere Bahntickets: Nutzung der Bahn

Bei der Bahn gilt im Nahverkehr die ermäßigte Mehrwertsteuer. Jetzt wird darüber gesprochen, die Mehrwertsteuer auch auf Bahntickets im Fernverkehr zu senken. Dass mit billigeren Tickets im Fernverkehr auch mehr Menschen mit der Bahn fahren würden, glauben 56% der Befragten, 41% bezweifeln das. 

Sicherheit im öffentlichen Raum

Auch wenn die Befragten die Bemühungen für Sicherheit im öffentlichen Raum eher kritisch sehen, fühlen sich die meisten Deutschen in der Öffentlichkeit sicher. So wird nach Ansicht von 46% der Befragten für die Sicherheit an öffentlichen Orten und Plätzen „zu wenig“ getan, 3% sagen „zu viel“ und für 47% ist das „gerade richtig“. Defizite sehen diesbezüglich überdurchschnittlich viele Befragte im Osten sowie besonders viele AfD-Anhänger. Unter Grünen-Anhängern sowie unter jüngeren Menschen finden das besonders viele „gerade richtig“.

80% aller Befragten sagen, dass sie sich in der Regel an öffentlichen Orten und Plätzen persönlich eher sicher (58%) oder sehr sicher (22%) fühlen, insgesamt 18% fühlen sich eher unsicher (15%) oder sehr unsicher (3%). Dass sie sich unterm Strich sicher fühlen, sagen 83% der Männer und 78% der Frauen sowie sehr klare Mehrheiten in sämtlichen Altersgruppen wie auch – mit Ausnahme der AfD-Anhänger – in sämtlichen politischen Lagern.

Gesellschaft: Soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt

Mit Blick auf soziale Gerechtigkeit in Deutschland meinen – in wieder leicht zunehmendem Maße – 58% (Feb-II: 54%) der Bundesbürger, dass es bei uns ungerecht (45%) bzw. sehr ungerecht (13%) zugeht, für noch 40% (Feb-II: 45%) geht es im Großen und Ganzen gerecht (39%) bzw. sehr gerecht (1%) zu. Bewertet wird der Status von sozialer Gerechtigkeit in den politischen Lagern dabei höchst unterschiedlich: Während besonders viele Linke- und AfD-Anhänger sowie sichtbare Mehrheiten der SPD- und Grüne-Anhänger fehlende Gerechtigkeit beklagen, findet das Gros der Unions-Anhänger, dass es bei uns alles in allem gerecht zugeht.

Sehr eindeutig ist die Diagnose zur Entwicklung des gesellschaftlichen Zusammenhalts: Dieser, so sagen 81% aller Befragten, habe in den letzten Jahren abgenommen. Nur 5% sprechen von gewachsenem Zusammenhalt und für 13% hat sich in dieser Sache in den letzten Jahren nicht viel geändert. 

Wirtschaftliche Lage in Deutschland

Im Politbarometer-Wirtschaftsteil wird die ökonomische Gesamtsituation merklich weniger optimistisch eingestuft als in den letzten Jahren und bei den Konjunkturaussichten klettert die Skepsis auf ein Zehn-Jahres-Hoch. Ihre private finanzielle Situation beschreiben die meisten Deutschen allerdings stabil positiv.

Nachdem im Schnitt des Vorjahres annähernd zwei Drittel der Deutschen die republikweite Wirtschaftslage mit „gut“ eingestuft haben, sind dies jetzt, im August 2019, noch 52% (Jun-I: 57%; Jul: 53%). Weitere 39% (Jun-I: 36%; Jul: 40%) sagen „teils-teils“ und 8% (Jun-I: 7%; Jul: 6%) sagen schlecht. 

Gefragt nach einer Prognose für die konjunkturelle Entwicklung meinen noch 9% (Jun-I: 12%; Jul: 10%), dass es „demnächst aufwärts“ geht. 44% (Jun-I: 57%; Jul: 47%) erwarten keine großen Veränderungen und mit 45% (Jun-I: 29%; Jul: 40%) rechnen so viele Deutsche wie seit 2009 nicht mehr mit einem wirtschaftlichen Abwärtstrend. 

Was schließlich die eigenen Finanzen betrifft, sprechen 67% (Jun-I: 65%; Jul: 68%) von einer guten und 5% (Jun-I: 7%; Jul: 6%) von einer schlechten Situation, 27% (Jun-I: 28; Jul: 26%) sagen „teils-teils“. 

Konflikt am Persischen Golf: Beteiligung an Europäischer Mission

Im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran wird über eine gemeinsame europäische Mission im Persischen Golf zum Schutz von Handelsschiffen gesprochen. Sollte es dazu kommen, sind 35% der Befragten für eine deutsche Beteiligung an einer solchen europäischen Mission, 58% sind gegen ein Engagement der Bundeswehr im bzw. am Persischen Golf.