Politik

Merkel: Glücksfall für Europa

Washington.Die USA trauern um ihren früheren Präsidenten George H. W. Bush: Präsident Donald Trump erklärte den kommenden Mittwoch zum Nationalen Trauertag, an dem Bundesbehörden geschlossen bleiben. Er ordnete außerdem an, die Flaggen am Weißen Haus, an allen öffentlichen Gebäuden in den USA und an US-Vertretungen sowie Militärbasen im Ausland für 30 Tage auf halbmast zu setzen. Bush war im Alter von 94 Jahren gestorben. Weltweit wurde sein Tod mit Trauer aufgenommen. Als „wahren Freund“ der Deutschen würdigten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel den Verstorbenen. Auch viele ausländische Politiker, wie der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und Russlands Präsident Wladimir Putin, äußerten ihre Anteilnahme.

Persönliche Dankbarkeit

Steinmeier und Merkel schickten Kondolenzschreiben an Trump. „Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen“, betonte Steinmeier. Merkel nannte Bush senior einen „Glücksfall der deutschen Geschichte“ und würdigte dessen Rolle für das transatlantische Verhältnis.

Am Rande des G-20-Gipfels in Buenos Aires äußerte sich Merkel bewegt über die Todesnachricht. Sie trauere um Bush, „als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und als eine Deutsche, die ohne die Ergebnisse seiner Politik heute wohl kaum hier stehen könnte“. Sie sei dankbar dafür, dass Bush die Sehnsucht der Deutschen nach der Einheit ihres Landes erkannt und verstanden und ihnen auf dem Weg zur Wiedervereinigung half.

Im Kapitol aufgebahrt

Trump kündigte an, Bushs Leichnam von seinem Präsidenten-Flugzeug in Texas abholen zu lassen. Er sagte am Rande des G-20-Gipfels, er und seine Delegation würden zunächst mit der Air Force One zurück nach Washington fliegen. Die Boeing 747 werde dann nach Houston geschickt, um Bushs Leichnam in die US-Hauptstadt zu bringen. Trump nannte die Geste „eine besondere Ehrung, die er sehr verdient hat“.

Der Leichnam Bushs soll von heute an im US-Kapitol in Washington aufgebahrt werden. Am Montag um 17 Uhr Ortszeit ist eine Zeremonie beider Kammern des US-Parlaments geplant. dpa