Politik

Reaktionen Moskau ruft zu Einlenken auf / SPD-Vorsitzender Schulz sieht Iran-Abkommen als Vorbild / Gabriel fürchtet Atomkrieg

Merkel strebt Lösung im Sicherheitsrat an

Berlin.Politiker in Deutschland sind wegen der Zuspitzung des Konflikts um Nordkorea und die USA alarmiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die scharfe Rhetorik in der Nordkorea-Krise kritisiert. "Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort", sagte sie gestern in Berlin. Zudem rief sie dazu auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung zu verstärken. "Ich sehe auch keine militärische Lösung dieses Konflikts."

Stattdessen müsse man versuchen, im UN-Sicherheitsrat und durch Kooperation auch mit China voranzukommen. "Deutschland wird hier bei den Lösungsmöglichkeiten, die wir sehen, nicht-militärischer Art dabei sein", sagte Merkel.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz brachte eine diplomatische Lösung nach dem Vorbild des Atomdeals mit dem Iran ins Gespräch. "Vielleicht kann man mit einer vergleichbaren Vorgehensweise die nukleare Rüstungsbegrenzung in Nordkorea erreichen", sagte der Parteichef der Sozialdemokraten gestern in Berlin. Das Atomabkommen mit dem Iran wurde über Jahre ausgehandelt. Es soll sicherstellen, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Als Gegenleistung werden die internationalen Wirtschaftssanktionen gegen das Land abgebaut. Neben den USA spielten auch die EU und Deutschland eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen.

Lawrow appelliert an Vernunft

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf Nordkorea völkerrechtswidriges Verhalten vor. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte in den vergangenen Tagen bereits vor einem Atomkrieg gewarnt.

Auch Russland mahnt Vernunft auf beiden Seiten an. "Falls es zu einer Schlacht kommt, sollte derjenige, der stärker und schlauer ist, den ersten Schritt weg von der gefährlichen Linie machen", sagte Außenminister Sergej Lawrow gestern der Agentur Interfax zufolge. "Die Rhetorik in Washington und Pjöngjang beginnt leider auszuufern", sagte Lawrow. Das Risiko einer militärischen Konfrontation sei dadurch sehr hoch. "Wir hoffen dennoch, dass der gesunde Menschenverstand siegen wird." dpa