Politik

Biografie Frau des Ex-Präsidenten verneint politische Ambitionen

Michelle Obama schließt Kapitel

Washington.Das wirklich Private bleibt privat in der mit Spannung erwarteten Biografie „Becoming. Meine Geschichte“, die an diesem Dienstag in den Verkauf geht. Selbst die Passagen über ihre heiß empfundene Liebe für Ehemann Barack, sind nicht wirklich neu oder überraschend. Sie wirken mehr wie die nachträgliche Erläuterung der während der US-Präsidentschaft vor laufenden Kameras eingefangenen leidenschaftlichen Küsse.

Die frühere „First Lady“ Michelle Obama beschreibt, wie sie Baracks „reicher, geradezu sexy Bariton“ eingenommen hat. Er habe für sie von Anfang an eine „seltsame und rührende“ Mischung aus Gelassenheit und Stärke ausgestrahlt.

Lange habe sie sich Zeit gelassen, ihren Gefühlen für Barack freien Lauf zu lassen. „Sobald ich mir zugestand, etwas für ihn zu empfinden, überwältigten mich meine Gefühle – eine umwerfende Explosion von Lust, Dankbarkeit, Erfüllung und Wunder.“

Eheberatung besucht

Diese Schilderung stammt aus dem zweiten Kapitel, in dem Michelle über ihre Beziehung zu Barack Obama, ihre Kinder und Familie schreibt. Darin erfahren die Leser von den Problemen im Leben mit einem ehrgeizigen Politiker, der schon als Senator von Illinois viel unterwegs war. Sie schildert die Schwierigkeiten, schwanger zu werden, und enthüllt, dass ihre Töchter Sacha und Malia mithilfe der modernen Medizin empfangen wurden.

Das Paar habe zu Beginn der Ehe einige Male die Hilfe eines Eheberaters gesucht. Überwunden hätte sie die Probleme, als sie erkannt habe, dass sie für ihr eigenes Glück selber verantwortlich sei. Obama will mit ihrer Geschichte anderen Frauen Mut machen. Was erklärt, warum die 54-jährige Autorin am Tag des Erscheinens in ihrer Heimatstadt Chicago zusammen mit der ultimativen „Mutmacherin“ Oprah Winfrey auftreten wird. Die Tickets zum Preis zwischen 30 und mehreren hundert Dollar für die Veranstaltung im United Center sind schon lange ausverkauft. Das ist der Auftakt einer langen Tournee durch die USA.

Verachtung für Donald Trump

Der erste Teil des Buchs beschreibt ihr Großwerden auf der armen Südseite Chicagos und ihre Herkunft aus einer Familie, deren Ur-Ur-Ur-Großvater noch ein Sklave war. Eines der Kapitel rundet die Biografie ab und versucht, ein für alle Mal Spekulationen über eigene politische Ambitionen zu beenden. „Ich habe Politik niemals besonders gern gemacht, und meine Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre haben daran wenig geändert“, zieht sie Bilanz ihrer Zeit als erste schwarze First Lady.

Donald Trump verkörpert für Obama die Hässlichkeit der heutigen Politik. Zwischen den Zeilen wird klar, dass sie den Nachfolger ihres Mannes im Weißen Haus nicht bloß nicht mag. Sie verachtet ihn. Allein schon wegen seines sexistischen Verhaltens gegenüber Frauen. Persönlich verübele sie Trump dessen „verrückte und gemeine“ Kampagne, die Baracks amerikanische Geburt in Zweifel ziehen sollte. „Was wäre gewesen, wenn jemand versucht hätte, unseren Mädchen etwas anzutun?“, fragt sie.