Politik

Personalie Alexander Dobrindt mit Schlüsselrolle in Union

Mister Maut wird Chef der CSU-Gruppe

Archivartikel

Berlin.Stratege ist er auch als Minister geblieben. Als neuer Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag sattelt Alexander Dobrindt nun aber wieder voll auf Generalist um. Nach seiner einflussreichen, aber eher bedächtigen Vorgängerin Gerda Hasselfeldt dürfte der 47-Jährige scharfkantiger agieren - so erhoffen es sich auch einige in der CSU von ihrer Berliner Speerspitze. Dabei muss Dobrindt auf dem Weg zu einer künftigen Koalition ausgerechnet mit den Grünen ins Gespräch finden, mit denen er sich als Verkehrsminister bevorzugt zoffte.

Seinen Wechsel vom Posten des angriffslustigen CSU-Generalsekretärs in die Regierung nach der Wahl 2013 beschrieb Dobrindt scherzhaft als "Resozialisierung". Und verwandelte sich vom kalkuliert aufdrehenden CSU-Lautsprecher in einen überwiegend leise auftretenden Ressortchef. Hart im Feuer stand er trotzdem, vor allem wegen seiner heikelsten Mission - der umstrittenen Pkw-Maut, die er trotz diverser Unkenrufe für die CSU politisch ins Ziel brachte. An die konkrete Einführung geht es mit einiger Verzögerung.

An seinem Krisenmanagement im Diesel-Skandal ließen insbesondere die Grünen kein gutes Haar. Dobrindt reklamierte eine schnelle Aufklärung für sich. Gelegentlich meldete er sich auch ressortfremd zu Wort - und testete schon mal mit offenen Sticheleien gegen den Flüchtlingskurs der Kanzlerin die Grenzen der Kabinettsdisziplin. Auch mit seinem Plädoyer für die Offenhaltung des Flughafens Berlin-Tegel stellte sich Dobrindt gegen die Regierungschefin. dpa

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