Politik

Junge Union Kramp-Karrenbauer und Brinkhaus kommen gut an

Mögliche Nachfolger Merkels laufen sich warm

Kiel/Mannheim.Es ist eine Anspannung wie wohl noch nie in der Union seit Beginn der Ära Angela Merkel vor gut 13 Jahren. In der CDU laufen sich am Wochenende beim Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Kiel mögliche Nachfolgekandidaten Merkels warm. Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer geben die gut 300 Delegierten des Unions-Nachwuchses ein starkes Zeichen der Unterstützung mit auf den Weg – und anderen auch.

Kramp-Karrenbauer hält eine ziemlich konservative Rede, das kommt an. Die Generalsekretärin schickt eine scharfe Mahnung nach München, wo Seehofer und Söder schon jetzt versuchen, sich gegenseitig die Schuld für ein mögliches Desaster in die Schuhe zu schieben.

Spürbar grenzt sich Kramp-Karrenbauer auch von ihrer Fördererin Merkel ab, als sie sagt, heutzutage reiche es nicht mehr aus, einfach darauf zu setzen, gute Regierungsarbeit abzuliefern. Vor Kramp-Karrenbauer feiern die JU-ler Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Manche meinen, er habe für seine inhaltlich starke Rede sogar stärkeren Jubel bekommen als die Generalsekretärin.

Merkel hält eine teils angriffslustige Rede. Die Umfragen seien ja ganz gut erklärbar, hält sie dem Nachwuchs entgegen. Sie meint den erbitterten Streit, mit dem CSU und CDU immer mehr Anhänger vergrault haben. Nun dürfe man nicht weiter „miteinander Fingerhakeln“.

„Andere hatten mehr Feuer“

Auf die Frage dieser Zeitung, wie er die Rede Merkels fand, sagte Bastian Schneider, stellvertretender Bundesvorsitzender der JU: „Merkel wurde von den Delegierten freundlich begrüßt.“ Auf den Hinweis, dass dies die Frage nicht beantworte, nannte der Ladenburger die Rede „ordentlich“. Merkel sei wie immer schlagfertig und selbstironisch gewesen und habe viel Detailwissen gezeigt. Man habe aber gemerkt, dass andere Redner „mehr Feuer“ gehabt hätten. Schneider erhielt bei seiner Wiederwahl so viele Stimmen wie kein anderer Kandidat. dpa/stp