Politik

Mut zur Meinung

Mannheim/Berlin.Heiner Geißler galt bis ins hohe Alter als einer der profiliertesten und streitbarsten Vertreter der CDU. Am Dienstag ist der frühere Bundesminister und langjährige CDU-Generalsekretär im Alter von 87 Jahren gestorben.

Während seiner politischen Laufbahn stand der Politiker dieser Zeitung in zahlreichen Interviews Rede und Antwort. Im November 1983 besuchte er die Redaktionskonferenz und sprach mit dem damaligen Chefredakteur des "Mannheimer Morgen", Hans-Joachim Deckert (Bild). Zuletzt äußerte er sich im Februar dieses Jahres in einem kurzen Beitrag über Martin Luther. Zahlreiche Leser bewegte der Gastbeitrag Geißlers vom 19. November zu den Pariser Terroranschlägen. Auf mehreren Seiten druckte diese Zeitung die vielfältigen Lesermeinungen ab.

Einer Anfrage zu einem weiteren, längeren Gastbeitrag im März dieses Jahres wollte Geißler gern nachkommen - musste dann aber kurzfristig absagen und sich zur Behandlung ins Krankenhaus begeben.

Beisetzung in Gleisweiler

Die politische Karriere des promovierten Juristen und einstigen Amtsrichters hatte in Rheinland-Pfalz begonnen. Unter den Ministerpräsidenten Peter Altmeier und Helmut Kohl (beide CDU) war er von 1967 bis 1977 Sozialminister des Landes, anschließend wurde er CDU-Generalsekretär.

Kohl machte Geißler 1982 zum Familienminister. Der Sozialexperte arbeitete an einem neuen Image der CDU als moderne Programmpartei und führte unter anderem das Erziehungsgeld ein. 1989 kam es wegen Differenzen über den Kurs der Partei zum Bruch zwischen Geißler und Kohl. Bis zuletzt äußerte sich Geißler zu aktuellen politischen Themen. Beerdigt wird er im südpfälzischen Gleisweiler, wo er zuletzt lebte. dpa/MaMü/malo