Politik

Nachruf Winnie Mandela ist im Alter von 81 Jahren gestorben / Schillernde Populistin im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika

Mutter der Nation und schwarze Mamba

Archivartikel

Johannesburg.Als Symbolfigur des Anti-Apartheid-Kampfes in Südafrika hat Winnie Mandela mehr als vier Jahrzehnte lang Politik und Schlagzeilen gemacht. Die lange Zeit wohl schillerndste Politikerin Afrikas hat in ihrem turbulenten Leben polarisiert wie kaum eine andere Frau. Von ihren Verehrern als „uMama Wethu“ (Mutter der Nation) bejubelt, von Kritikern als „schwarze Mamba“ geschmäht, war ihre Popularität bis ins hohe Alter ungebrochen. Nun ist sie nach Angaben ihrer Familie mit 81 Jahren gestorben.

Ihr Bild war nicht frei von Schatten. Auch Skandale und Schulden prägten das Leben der Ex-Frau des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, nach der demokratischen Wende am Kap.

Die Lehrertochter Winnie Nomzamo („die Strebsame“) Mandela hatte sich als erste schwarze Südafrikanerin zur Sozialarbeiterin ausbilden lassen, bevor sie 1958 den Anwalt Mandela heiratete. Mit der Verhaftung des ANC-Führers 1962 und seiner Verurteilung begann für sie die schwierigste Zeit ihres Lebens. Während sie sich allein um die gemeinsamen Töchter Zenani und Zinzi kümmerte, war sie Schikanen durch das Apartheid-Regime ausgesetzt. Dennoch verschaffte sie sich durch soziales Engagement und Furchtlosigkeit weltweiten Respekt.

Das Blatt wendete sich, als sie sich später in Soweto mit einer gefürchteten Leibwache umgab. Mit Entführungen, Folterungen und sogar Mord wurde sie in Verbindung gebracht. 1991 wurde sie wegen Entführung und Beihilfe zur Körperverletzung von vier schwarzen Jugendlichen zu sechs Jahren Haft verurteilt, kam in der Berufung aber mit einer Geldstrafe davon.

Als sie dann am 11. Februar 1990 ihren Mann nach 27-jähriger Haft in die Freiheit begleitete, sahen viele in ihr Südafrikas erste schwarze First Lady. Doch Primadonna-Allüren, Affären und Arroganz zerstörten ihre Ehe und ramponierten ihr internationales Ansehen. Noch vor seiner Wahl trennte sich Mandela 1992 von ihr und ließ sich 1996 scheiden. Die schillernde Populistin manövrierte sich danach ins Abseits – auch wenn sie bei den Ärmsten der Armen weiter als Verkörperung von Leid, Schmerz und schwarzem Selbstbewusstsein hoch im Kurs stand.

Immer wieder entging Winnie Madikizela-Mandela – wie sie sich seit der Scheidung nannte – nur knapp drohenden Haftstrafen und stärkte als Überlebenskünstlerin ihr Image. Ihr Umgang mit Finanzen brachte ihr weiteren Ärger ein und bescherte Legionen von Anwälten Arbeit. 2013 nahm sie Abschied von ihrem Ex-Mann: Zusammen mit Mandelas Ehefrau Graca Machel folgte sie Hand in Hand dem Sarg des Freiheitskämpfers.

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