Politik

Porträt Amtszeit von massiven Problemen geprägt

„Nervensäge“aus der Eifel

Archivartikel

Berlin.Ein Jahr, einen Monat und elf Tage: So lange hat es von der Wahl von Andreas Nahles an die SPD-Spitze bis zu ihrer Rücktrittsankündigung gedauert. Die Tochter eines Maurers aus der Eifel gründete einst selbst einen SPD-Ortsverein. Als Juso-Chefin unterstützte sie den Sturz von Rudolf Scharping durch Oskar Lafontaine, später trug sie auch zum Rücktritt von Franz Müntefering bei. Sie kann Machtpolitik – und kämpft gegen ein klischeehaftes Image an: etwa das, eine laute politische Nervensäge zu sein. Ihr Privatleben schottet Nahles ab, Tochter Ella (8) geht daheim in Rheinland-Pfalz auf eine Einklassenschule.

Nach dem Absturz auf 20,5 Prozent bei der Bundestagswahl wechselte Nahles als eine der wenigen verbliebenen Personalhoffnungen der SPD vom Posten der Arbeitsministerin auf den Fraktionsvorsitz. Sie dachte wie alle, man gehe in die Opposition. Doch es kam anders.

Andrea Nahles’ Amtszeit stand jedoch von Anfang an unter keinen guten Vorzeichen. Nur einen Monat vor ihrer Wahl setzte sie zusammen mit Vizekanzler Olaf Scholz gegen heftigen innerparteilichen Widerstand durch, dass die SPD ein weiteres Mal in die ungeliebte große Koalition mit der Union geht. Auch dafür wurde sie schließlich bei ihrer Wahl mit nur 66 Prozent der Stimmen abgestraft. dpa