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Europa-ABC Am 26. Mai wird in Deutschland das neue Europa-Parlament gewählt. Wie funktioniert die EU?

Nettozahler

Archivartikel

Aus der Differenz zwischen den finanziellen Leistungen, die die einzelnen Mitgliedstaaten an die Europäische Union (EU) abführen und den Leistungen, die sie von der EU erhalten, ergibt sich aus der Sicht der Mitgliedstaaten entweder ein positiver Saldo – Nettoempfänger – oder ein negativer Saldo – Nettozahler. Allerdings gibt es zahlreiche Faktoren, die die Ausgaben und Einnahmen der Staaten ungleichmäßig beeinflussen. So führen beispielsweise Küstenländer mit internationalen Häfen – wie die Niederlande – erhebliche Zolleinnahmen für importierte Güter ab, die in andere Mitgliedstaaten weitergeliefert werden.

Andere Staaten – wie zum Beispiel Belgien – erhalten Kostenerstattungen für den Sitz großer EU-Organe. Bezogen auf die absoluten Zahlen lag Deutschland im Jahr 2017 erneut auf Platz eins aller EU-Mitgliedstaaten: Der negative Haushaltssaldo Deutschlands – also Überweisungen minus zurückfließende Subventionen – lag bei 10,7 Milliarden Euro. Darauf folgten das Vereinigte Königreich (minus 5,3 Milliarden Euro), Frankreich (minus 4,6 Milliarden Euro), Italien (minus 3,6 Milliarden Euro) und Schweden (minus 1,4 Milliarden Euro). Eine etwas andere Reihenfolge ergibt sich, wenn die Haushaltssalden auf die jeweilige Bevölkerung der Mitgliedstaaten bezogen werden.

Mit durchschnittlich 139 Euro pro Kopf und je Jahr zahlte 2017 niemand so viel an die EU wie die Bürger Schwedens. An zweiter und dritter Stelle standen Deutschland (129 Euro) und Dänemark (122 Euro). Österreich (106 Euro) führte ebenfalls mehr als 100 Euro pro Kopf an die EU ab. Hingegen erhielten Litauen und Estland rein rechnerisch 451 beziehungsweise 357 Euro pro Kopf von der EU. Und auch in beziehungsweise bzw. 321 Euro) lag der positive Haushaltssaldo 2017 bei mehr als 300 Euro pro Kopf.